Vier Fäuste für ein Halleluja

...Continuavano A Chiamarlo Trinità

★★★★★

  • Jahr: 1971
  • Regie: Enzo Barboni
  • Darsteller: Terence Hill, Bud Spencer, Emilio Delle Piane, Yanti Somer, Riccardo Pizzuti, Fortunato Arena, Harry Carey Jr., Jessica Dublin, Benito Stefanelli, Franco Ressel, Antonio Monselesan...

Story

Nachdem Joe (im Original Trinità (Terence Hill)) die Pferdeherde am Ende von „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ den Mormonen geschenkt hat, treffen er und sein Bruder Bambi (im Original Bambino (Bud Spencer)) sich zu Hause bei Mutti (Jessica Dublin) und Vati (Harry Carey Jr.) wieder. Hier muss Letzterer seinem alten Pa versprechen, dass er auf ein Auge auf Joe hat und ihn von nun an unter seine Fittiche nimmt. Natürlich ist es aber weiterhin eigentlich andersherum und Joe passt auf, dass Bambis Raubzüge entweder scheitern oder aber die Richtigen treffen. Bei einem solchen „Überfall“ auf eine arme Farmer-Familie verliebt er sich in die Tochter des, äh, Wagens (Yanti Somer) und man begegnet sich von nun an öfter. Dann treffen die beiden Brüder auf den Halunken Parker (Emilio Delle Piane), der an der Grenze zu Mexiko über ein Kloster Waffen schmuggelt, decken seine hinterhältigen Geschäfte auf, schlagen seinen Leute noch mächtig auf die Schnauze und müssen das dabei erbeutete Geld am Ende doch der Regierung überlassen. Als Joe sich darüber gerade scheinaufregen will, erscheint am Horizont mal wieder der Planwagen der Farmer…

Worte zum Film

geniales Hauptdarstellerduo, großartige Inszenierung und ein unfassbares Drehbuch voller genialer Gags; mit der Brandt-Synchro sogar noch lustiger; daher die lustigste und beste Western-Komödie aller Zeiten!

Bewertung

Zum Film:

Komödien guckt wohl ein jeder gern. Lachen macht Spaß, lachen ist wichtig, lachen ist gesund. Wer nicht lacht, der lebt auch nicht (wirklich). Und so bin auch ich dem Komischen seit jeder sehr verbunden und – aufgrund meines liebsten Hobbys – natürlich vor allem dem komischen Film. Daher dürfte es wenig verwunderlich sein, dass die ersten Streifen, die ich rauf und runter guckte, neben der „Winnetou“-Reihe Werke wie „Home Alone“, „Home Alone 2“, „Major Payne“ oder „Werner – Beinhart!“ waren (klassische Kultfilme für ein Kind der 90er Jahre könnte man sagen). Tatsächlich kann ich mich über all diese Beispiele auch heute noch totlachen und rangieren sie in meinen persönlichen Hitlisten daher seit Jahr und Tag ganz weit oben. Und das werden sie wohl auch auf ewig tun (allzu viel dürfte sich an meinem Geschmack wohl nicht mehr ändern), allerdings… Mehr als fünf Sterne sind am Ende jeweils nicht drin. Schließlich bleibt bei eigentlich jeder Komödie (und sei sie noch so gut) irgendwo der Tiefgang auf der Strecke, was es dieser Gattung seit jeder schwer bis unmöglich gemacht hat, mich so tief drinnen zu berühren, dass ich die Höchstwertung hätte zücken mögen. Zwar versuchten und versuchen die Amis in die meisten ihrer Comedys immer noch ein Element von Tiefgang einzubauen, indem der/den Hauptfigur/en kurz vor Ende noch etwas (mal mehr mal weniger) Schlimmes widerfährt, aus dem der Zuschauer dann in aller Regel noch etwas lernen soll, aber wenn man ehrlich ist, bewirken diese Versuche fast alle, dass der betreffende Streifen – weil er nicht mehr witzig ist – einen Hänger bekommt – und dafür gibt’s bei mir dann eher Punktabzug. Was für ein Glück, dass der Italiener auf so eine Idee quasi nie gekommen wäre. Denn eine Komödie darf und soll im besten Fall nun einmal pure Unterhaltung sein (der Western an sich ist ja schon im Großteil als reine Unterhaltung gedacht, was auf die Western-Komödien im Besonderen zutrifft) und benötigt meiner Meinung nach daher auch nicht unbedingt Tiefgang (selbstredend gibt es glorreiche Ausnahmen, die beweisen, dass sich beides nicht gegenseitig ausschließen muss, aber diese bestätigen am Ende nur die Regel). Dies allerdings zieht logischerweise nach sich, dass eine Komödie dann eigentlich auch keine sechs Sterne abgreifen kann.

Lange, lange Zeit habe ich mich deswegen tatsächlich sogar gefragt, ob es überhaupt genialen Witz gibt bzw. eine Komödie, der man die Höchstpunktzahl geben kann. Denn diesbezüglich kommt hinzu, dass (so gut wie) jede Gag-Sammlung an irgendeiner Stelle auch mal durchhängt, sodass man betreffende Passagen gut und gerne auch überspringen könnte. Tatsächlich fand ich es daher früher sogar irgendwo nicht gerecht einen Film, dessen Story nur aus Witzen besteht, mit sechs Sternen zu belohnen. Denn es ist nun einmal das vermeintlich einfachste, was es gibt, sich Witze auszudenken und die irgendwie in eine Story zu quetschen. Schnell bemerkte ich diesbezüglich jedoch, dass es da gewaltige Qualitätsunterschiede gibt und wer es selbst mal versucht hat, der weiß, dass auch Humor nicht von selbst aufs Papier fließt. Die einen tun dies schnell, schnell und sind nur auf kommerziellen Erfolg aus; die anderen tun es mit Bedacht und sind wirklich darauf aus den Zuschauer bestmöglich zu unterhalten; die einen haben Witze, über die man absolut nicht lachen, sondern nur den Kopf schütteln kann und bei den anderen liegt man tränenlachend unter dem Sofa und weiß gar nicht so recht, wie man sich solche geniale Witze überhaupt ausdenken kann.

Und da war es wieder, dieses Wort. Genial… Genialen Witz gibt es also. Jap, absolut, einzelne Gags und Szenen selbstverständlich schon immer, aber im Prinzip ist niemand in der Lage damit einen kompletten Spielfilm zu füllen. Zwar gibt es ein Glück diese Handvoll Streifen, die über wirklich geniale Witze verfügt und bei der man einfach nicht aufhören kann zu lachen, aber dann kommt immer dieser Hänger. Ein Beispiel dafür wäre etwa der Vorgänger von diesem Film hier, „Lo Chiamavano Trinità…“. Der hat seine vier Sterne schließlich nicht umsonst gekriegt. Obwohl bahnbrechend komisch, hat er seinen Durchhänger kurz vor Ende und ist dort über einen gewissen Zeitraum lange nicht mehr so lustig wie am Anfang. Und deswegen habe ich mich jahrelang gefragt, ob es je eine Komödie geben wird, der ich sechs Sterne geben werde und war schon drauf und dran diese Frage mit „Nein.“ zu beantworten…

Und dann sah ich „…Continuavano A Chiamarlo Trinità“… Schon nach der ersten Viertelstunde war ich völlig baff. Was für ein genialer Auftakt! Selten einen Film gesehen (ganz gleich, ob Western oder nicht), der ikonischer startete. Und dabei bleibt es ja nicht. Schließlich wird der sporadische Auf- und Abtritt von Riccardo Pizzutis Männern im weiteren Verlauf zu einem der großartigsten Running Gags der Filmgeschichte ausgebaut (ihr könnt von mir halten, was ihr wollt, aber über Fortunato Arena muss man sich hier einfach kaputtlachen).

Und vielleicht, ja vielleicht hat Regisseur und Drehbuchautor Enzo Barboni mit der Restaurant-Sequenz sogar das lustigste Stück Filmgeschichte aller Zeiten geschaffen. Ich weiß es nicht (und will einer einzelnen Szene jetzt und in Zukunft auch ehrlich gesagt nicht diese Bedeutung zuschreiben), aber während dieser kann ich mich jedenfalls nicht wieder einkriegen. Allerdings will ich euch im Folgenden auch gar nicht weiter damit langweilen, welche Szenen oder Passagen ich hieran nun besonders lustig finde (nur diesen einen, flammenden Hinweis konnte ich mir nicht verkneifen), denn bei dieser genialen Komödie will ich einfach so wenig wie möglich vorwegnehmen; das muss man selbst erleben (denn wenn ihr erstmal tränenlachend vom Sofa gerutscht seid, geht die Erfahrung dieses Werkes über das bloße Sehen weit hinaus). Deswegen habe ich auch an einer sehr frühen Stelle im Film aufgehört die Zitate mitzuschreiben, weil ich ganz einfach nicht alle Witze hier schon verraten möchte. Im Übrigen sind es eh viel zu viele um wirklich alle rauszuschreiben. Da müsste ich ja teilweise ganze Dialogmauern abkleistern und da hatte und habe ich nun wirklich keine Lust drauf.

Wobei das hierzulande natürlich mal wieder nicht Barbonis Verdienst alleine ist. Denn auch ein gewisser Rainer Brandt und seine Crew befanden sich in Höchstform als sie die Dialoge der deutschen Zweitsynchronisation seinerzeit erdachten und einsprachen und machten damit aus einem ohnehin schon bärenstarken Lachmuskelangriff eine regelrechte Lachmuskeltortur. Diese Gagdichte kann sonst einfach so gut wie kein anderer Streifen aufweisen (und leider schon gar kein Western). Der gute Enzo selbst hätte sich wohl nie träumen lassen, dass man aus seinen Szenen noch so viel mehr herausholen kann. Ich sag nur „Hier dürfen Sie nur rein, wenn Sie Mitglied sind.“… Selbstverständlich darf sich über die damit leider einhergehende, absolut unverständliche Kürzung dieses Werkes aufgeregt werden (und vor allem über die Umgestaltung des Intros – das geht gar nicht!), aber ganz ehrlich: Tatsächlich merke zumindest ich davon während der Ansicht so gut wie gar nichts und z. B. Trinitàs und Bambinos auf Dauer dann doch ein wenig nervige Eltern ein paar Sekunden kürzer ertragen zu müssen, ist auch nicht das Schlechteste, was einem passieren kann. Dementsprechend präferiere ich die sogenannte „Comedy-Fassung“, komme aber bei beiden Versionen zu der gleichen, überschwänglichen Wertung.

Aber wie soll’s auch anders sein, wo Barboni seinen beiden ungleichen Brüdern nicht nur eine tatsächlich neue Geschichte spendiert (nicht etwa wie beim oben erwähnten, zweiten Weihnachts-Klassiker, der den Plot seines Vorgängers ja nur sehr leicht abwandelte (ohne dabei auch nur im Mindesten weniger lustig zu sein, ok, aber so eine Rechnung ist auch schon des Öfteren nicht aufgegangen)), sondern sogar eine direkte Fortsetzung der Geschehnisse aus „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ liefert? Und darüber hinaus sogar noch eine Vorgeschichte für die beiden erdacht hat (wenn auch keine recht originelle)? Und – als ob das nicht alles schon längst genug wäre – es ihm als I-Tüpfelchen über die bereits erwähnten Vorzüge (Intro-, Restaurant-Szene…) hinaus auch noch gelingt, über die gesamte Spielzeit nicht einen Durchhänger zu produzieren. Von der ersten bis zur letzten Minute bleibt er hier konstant urkomisch. Da wird selbst ein Pokerspiel (meiner Meinung nach mittlerweile mit schöner Regelmäßigkeit das langweiligste Element eines Italowestern) zur super spannenden und immens witzigen Angelegenheit. Darüber hinaus (nein, diese Aufzählung ist noch nicht zu Ende) zeigt Barboni erneut auf die beste Art und Weise, wie man die beiden Top-Mimen Bud Spencer und Terence Hill einsetzen muss, damit sie richtig funktionieren und harmonieren. Und dabei muss er ihr am Ende ihrer Karriere wichtigstes Markenzeichen erneut nicht mal übertreiben. Zwar bekommen wir – erneut – auf die Sekunde getimte und dabei noch superlustige Prügel-Choreografien zu Gesicht, aber diese sind so wohldosiert (und weiterhin so abwechslungsreich), dass man bei „Vier Fäuste für ein Halleluja“ im Gegensatz zu den meisten seiner vielen Trittbrettfahrer keinerlei Abnutzungserscheinungen ausmachen kann.

Mit einer Ausnahme leider und die ist am Ende tatsächlich auch der Knackpunkt, weswegen ich diesem so herausragenden Werk trotz des ganzen überschwänglichen Lobs nicht die Höchstnote verpassen kann. Ganz am Schluss nämlich geht meine Aufmerksamkeit immer für einen kleinen Moment flöten: bei der etwas zu groß und vor allem lang angelegten finalen Keilerei. Da wäre etwas weniger dann doch mehr gewesen und weil das nicht nur den Filmfluss stört, sondern darüber hinaus ja auch noch das quasi Letzte ist, was man von diesem Streifen zu sehen bekommt, ärgert mich das schon sehr, aber es hilft nichts. Ganz davon abgesehen, dass es – die unerhört hohe Gagdichte hin oder her – generell sicherlich auch ein wenig mehr Story hätte sein dürfen, die hier erzählt wird. Von daher sehr schade, aber wirklich nur eine Randnotiz. Es soll euch keinesfalls davon abhalten, hier die Höchstnote zu vergeben.

Kommen wir daher schnell zu den Darstellern und damit zu dem besten und beliebtesten Haudrauf-Duo der Italo-Komödien, ach was, für mich der Kinogeschichte! Bud Spencer und Terence Hill waren nicht nur die Ersten, die mit so einer Rolle bedacht wurden, sondern auch diejenigen, die dieses (Prügel-)Spiel perfektioniert haben. Bei den beiden macht es ja sogar Spaß ihnen beim Essen zuzusehen. Von den Schlägereien und ihren Grimassen brauche ich glaube ich gar nicht erst anzufangen: einfach der Oberhammer, die beiden! Viel zu oft kopiert, nie auch nur im Ansatz erreicht! Und ja, selbstverständlich gefällt mir Spencer weiterhin noch sehr viel besser, aber man muss eben einfach anerkennen, dass das ganze Konzept ohne Hills ebenfalls geniales Mienen- und Gebärdenspiel nicht funktionieren würde. Und ich weiß nicht, ob das dem Erfolg des ersten Films geschuldet war, aber darüber hinaus reicht es Barboni hier zwar noch ein paar weitere Gesichter der Italo-Familie zu versammeln – darunter aber keine wirklichen Hochkaräter und vor allem nicht in wichtigen Rollen (z. B. Riccardo Pizzuti, Benito Stefanelli, Franco Ressel, Furio Meniconi oder natürlich Fortunato Arena) –, daneben aber keinerlei bekannten Leute mehr zu beschäftigen. Als Antagonist fungiert in „…Continuavano A Chiamarlo Trinità“ so etwa der ansonsten kaum in Erscheinung getretene Emilio Delle Piane und als Love Interest die immerhin recht hübsche, ansonsten aber auch kaum beschäftigte Finnin Yanti Somer. Warum als Vater und Mutter der beiden Protagonisten Jessica Dublin, die mir ansonsten auch nichts sagt, und Harry Carey Jr. verpflichtet werden mussten, bleibt Barbonis Geheimnis. Immerhin können die schmalen Leistungen der Genannten dem Endergebnis in keinster Weise Schaden zufügen.

Die Musik, für die man dann doch noch zwei äußerst bekannte Namen verpflichten konnte, nämlich – wie wir alle wissen – Guido und Maurizio De Angelis, fällt leider in eine ähnliche Kategorie. Diese kann man nämlich maximal als nett bezeichnen. Nun kann man überrascht sein, dass Franco Micalizzi bei „Lo Chiamavano Trinità…“ einen besseren Soundtrack abgeliefert hat als die De-Angelis-Brüder für diesen Film, aber so großartig wie Micalizzi den Vorgänger untermalte, war das auch von vorneherein eine wirklich schwierige Aufgabe, die dann vielleicht auch nicht zu schaffen war. Nichtsdestotrotz: Einen stärkeren Titeltrack hätte man sich schon gewünscht.

Aber diese teils durchschnittlichen Darsteller und die nicht viel bessere Musik kann man nun bewerten, wie man will; für mich geben sie hier keinesfalls den Ausschlag. Den Ausschlag gibt die ganz am Ende dann doch ein wenig dünne Story sowie ihr etwas zu lang geratener Abschluss. Bis auf dieses Manko ist „Vier Fäuste für ein Halleluja“ perfekt! Und er beweist erneut: Es gibt genialen Witz. Und in diesem Streifen sogar in Hülle und Fülle. Aber eine geniale Komödie ist er damit ganz knapp leider nicht. So sehr ich mir das auch bei jeder erneuten Ansicht wünsche. Aber das muss er dann eben auch nicht sein. Seine Extraklasse in Sachen Witz (nicht zuletzt mit der Brandt-Synchro), seine Extraklasse in Sachen Hauptdarsteller und seine Extraklasse in Sachen Regie machen ihn auch so zur für mich besten Western-Komödie aller Zeiten. Denn bessere Komödien als auch generell bessere Filme gibt es in dieser Bewertungsstufe nicht mehr (so rangiert er in meiner Bestenliste etwa auf einem Platz mit „Winchester ’73“ (nähere Erläuterungen hierzu im Review dort)). Barboni kreiert hier eine ganz eigene Bildsprache, durch die sich „…Continuavano A Chiamarlo Trinità“ dann auch schon gar nicht mehr richtig wie ein Italowestern anfühlt, sondern wie etwas ganz Eigenes, Besonderes. Und als dieses muss er dann auch keine sechs Sterne einheimsen, um immer und immer und immer wieder neu gefallen und einen vor allem immer und immer und immer wieder zum Lachen bringen zu können. Großartig!

Wollt ihr abschließend übrigens noch wissen, ob ich auf der Suche nach genialem Witz in seiner höchsten Form (sprich verpackt in einer genialen Komödie) noch fündig geworden bin? Die Antwort ist: Ja, denn es gibt ihn eben doch! Der Film, der mich seinerzeit wegfegte: „Olsen-banden På Sporet“ („Die Olsenbande stellt die Weichen“). Für mich tatsächlich der erste Olsenbanden-Film, den ich sah und er haute mich direkt um. Absolut keine Durchhänger drin und so lustig, wie ich noch nie einen Streifen gesehen hatte. Das, ja das, ist genialer Witz in seiner höchsten Form! Es gibt ihn also, aber er ist verdammt selten und man muss wirklich verdammtes Glück haben, dass einem mal so eine Komödie über den Weg läuft. Mir war es seitdem erst ein einziges Mal wieder vergönnt mich so königlich zu amüsieren, wie bei der „weichenstellenden Olsenbande“. Der Name, der für mich besten Komödie aller Zeiten? „Some Like It Hot“…

Zur DVD:

Also die Auswertungssituation von „Vier Fäuste für ein Halleluja“ hierzulande zeigt ja eigentlich ganz gut, wie abwegig dieser Punkt mittlerweile geworden ist. Denn wo soll man hier anfangen? Und ich hab den Film bisher erst zweimal auf DVD. Da gibt’s bestimmt noch ganz andere unter euch, die auch noch diverse BD-Veröffentlichungen ihr Eigen nennen. Und bei dieser selten bescheuerten Vermarktungsstrategie von 3L, die diesen großartigen Streifen in seinen zwei ebenso großartigen Versionen offensichtlich nicht auf einer Scheibe veröffentlichen wollen, müsste man sich dann stets entscheiden, welcher Typ man ist. Steht man entweder auf die 1972er Kinofassung oder auf die sogenannte „Comedy-Fassung“ von Rainer Brandt… Und da der wirkliche Fan natürlich stets beide Versionen haben möchte (und sei es nur zum Vergleich), muss er dann zwei Versionen erwerben, wo jedes vernünftige Label daraus eine Veröffentlichung machen würde. Geldschneiderei ist das, nichts anderes. Von daher ja, ich hab mir wie gesagt auch irgendwann nochmal die Kinofassung nachgekauft, nachdem sie in restauriertem Zustand rausgebracht wurde und könnte hier daher jetzt auch den großen Vergleich auffahren, aber ich hab da ob dieser Vorgeschichte echt keinen Bock drauf. Von daher nur so viel: Selbst das Bild der (erkennbar und per Bonusmaterial auch nachweislich) restaurierten Version ist an heutigen Standards gemessen immer noch ziemlich schwach gewesen (von dem der anderen fangen wir besser gar nicht erst an), da würde mich ja mal jenes der oben angesprochenen BD interessieren. Der Ton ging jeweils (sage ich, der ich davon null Ahnung habe). Das Bonusmaterial hat einen mit dem Restaurationsvergleich (oder eben auch ohne), seinen diversen Trailern, Bildergalerien, den alten Titelsequenzen (oder eben auch nicht) und natürlich (ohne geht die Tür ja nicht zu) den ewig gleichen Bio- und Filmografien von Spencer und Hill jetzt jeweils auch nicht nachhaltig beeindruckt. Von daher: Ich würde mir die Dinger heute auch nicht mehr kaufen und ja, natürlich möchte ich sehr gerne auf BD upgraden, aber dafür warte und hoffe ich darauf, dass die Rechte irgendwann mal einem vernünftigen Label zufallen, auf dass man dann eine vernünftige Veröffentlichung mit beiden Versionen gleichzeitig bekommt. Muss doch möglich sein…

Zitate

Comedy-Fassung

„Ich werd’s mir ausrichten.“(Bambi legt sich ein Selbstgespräch auf Wiedervorlage)

[nachdem Bambi einem Ganoven (Fortunato Arena) ordentlich eine über den Schädel gezogen hat, trifft Joe kurze Zeit später auf diesen und wundert sich über sein merkwürdiges Verhalten] „Zieht er Nebenluft; hat er offene Socken?“(Joe fragt dessen Kumpane fachmännisch nach dem Problem)

„Du tust, was ich sage, oder ich hau‘ dir aufs Maul!“(Bambi erklärt Joe seine Spielregeln)

„Mach schon Platz, ich bin der Landvogt!“(Bambi ist in Bezug auf seinen wahren Beruf nicht ganz ehrlich)

[vor einem Duell will sein Kontrahent Wildcat Hendricks (Antonio Monselesan) Joe noch einen ausgeben] „Blei im Magen tut weniger weh, wenn es mit Whiskey verbunden ist.“ – „Sieh mal an! Gib mal dem Meister mit der schwarzen Krempe nen Doppelten – dann spürst du gar nichts mehr.“(Joe ist selbstredend nicht weniger zuvorkommend)

„Wir bedanken uns herzlich, dass Sie ausgerechnet uns ausrauben wollten.“(Perla (Yanti Somer) entwickelt gegenüber Joe eine Art Stockholm-Syndrom)

[vor einem Restaurant werden Bambi und Joe von dem Türsteher der Butze aufgehalten] „Hier dürfen Sie nur rein, wenn Sie Mitglied sind.“ – „Wir sind mit Glied; ohne hätten wir ne zu hohe Stimme.“(Joe kennt seine Anatomie und die seines Bruders)

Kinofassung

„Habt ihr noch n bisschen Munition für mich? Ich hatte ne ziemlich heftige Diskussion, dabei sind mir die Argumente ausgegangen.“(Bambi redet tatsächlich nicht von einer Unterredung mit seinem Bruder)

„Wir sind unterwegs, um Arbeit zu suchen.“ – „Allein dafür müsste man dich über den Haufen schießen!“(Bambi fühlt mit dem zukünftigen Arbeitsvermittler des Siedlers, den er gerade überfallen will)

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