Kampf auf Leben und Tod

The Last Of The Fast Guns

★★★ +++

  • Jahr: 1958
  • Regie: George Sherman
  • Darsteller: Jock Mahoney, Gilbert Roland, Eduard Franz, Lorne Greene, Edward Platt, Linda Cristal...

Story

Nachdem der ein Duell erfolgreich bestreiten konnte, heuert der steinreiche John Forbes (Carl Benton Reid) den Revolverhelden Brad Ellison (Jock Mahoney) an, um seinen verschollenen Bruder zu finden. Dieser machte sich einst aus dem Staub, ist für Forbes aber immens wichtig, da er der einzige Erbe seiner Erzminenanteile wäre, die er seinem Partner in San Antonio nicht gönnt. In Mexiko, wo sich der Gesuchte aufhalten soll, findet Ellison in Miles Lang (Gilbert Roland) einen Partner, der ihm bei der Suche hilft. Dieser spielt allerdings sein eigenes Spiel. Als ihm nämlich endlich aufgeht, dass der Pater des Ortes, Padre Jose (Eduard Franz), Edward Forbes ist, lässt er Brad fesseln, um den Gefundenen zu töten. Er selber arbeitete nämlich die ganze Zeit für den Gegenpart in San Antonio und war bereits fünf Jahre auf der Suche nach Forbes, ohne ihn zu finden. Allerdings war er ja in der glücklichen Position das auch gar nicht unbedingt tun zu müssen, sondern nur sein Auffinden durch einen von John Forbes beauftragten Revolverhelden verhindern zu müssen. Brad will er seine 25.000 Dollar daher auch lassen, wenn der seinem Auftraggeber nur erzählt, dessen Bruder sei gefunden. Brad allerdings arbeitet nicht nur für Geld, sondern hat ein Gewissen zu beruhigen. Und so reitet er dem Verräter nach, stellt ihn und stürzt ihn unabsichtlich eine steile Klippe hinunter, sodass dieser für immer ausgespielt hat. Auf seine 25.000 und den Verrat von Padre Joses Identität verzichtet er allerdings – das will dieser mittlerweile selber besorgen. Er begnügt sich mit einer neuen Anstellung auf der Hacienda von Michael O’Reilly (Lorne Greene), bei dem durch Langs Tod ein Posten freigeworden ist und auf dessen hübsche Tochter Maria (Linda Cristal) er sowieso ein Auge geworfen hat.

Worte zum Film

interessanter Kriminal-Ansatz; sympathische Darsteller und wirklich auch einmal nachvollziehbare Charaktere vor herrlichen Kulissen; ein Film, der sein Niveau halten kann

Bewertung

Zum Film:

Tja, ein Film bleibt in Kochs „George Sherman Western-Box“ nach „Die rote Schlucht“ und „Rivalen am reißenden Strom“ ja nur noch übrig, nech? Und das ist dann mit „Kampf auf Leben und Tod“ natürlich der mit dem banalsten, nichtssagendsten Namen von allen (deswegen blieb er ja so lange liegen). Allerdings nur auf Deutsch. Hätte man sich die Original-Titel angeguckt, wäre „The Last Of The Fast Guns“ wohl gleich als allererster Streifen dieser Collection in meinem Player gelandet und das auch völlig zu recht. Hiermit präsentiert sich uns nämlich eindeutig der stärkste Streifen der drei enthaltenen. Das Beste kommt zum Schluss heißt es in so einem Fall wohl…

Aber der Reihe nach: Von den anderen beiden Werken dieser Box unterscheidet sich „Kampf auf Leben und Tod“ schon allein deswegen sehr stark, weil er wesentlich später gedreht wurde. Zehn Jahre nämlich. Das ist eine verdammt lange Zeit, wie man anhand der wesentlich selteneren Studioaufnahmen, der dafür im Gegenzug häufiger anzutreffenden, umwerfenden Landschaftsaufnahmen und der schon etwas „blutigeren“ Gesamtinszenierung feststellen muss. Überhaupt gehen Sherman und sein Drehbuchautor David P. Harmon hier wesentlich ernsthafter zu Werke als in den eben genannten Filmen. Der Humor bzw. der seichte Umgangston weichen gealterten, genauso nachdenklichen wie vorsichtigen Charakteren, denen man ihre Gesinnung nicht mehr sofort im ersten Take ansieht. Eine starke Frau, die wir im Review zu „River Lady“ noch als Gemeinsamkeit der beiden „ersten“ Filme ausgemacht haben, hat in dieser tristen Männerdomäne ebenso keinen Platz mehr wie der (die beiden Streifen ebenso vereinende) stets drollige, aufheiternde Sidekick des Helden. Und nein, keine Angst, natürlich soll jeder Film in Shermans Oeuvre hier für sich alleine stehen und nicht an seinem Restwerk gemessen oder mit diesem verglichen werden, wie ich es gerade tue. Ich unterlasse die weitere Differenzierung der drei Streifen auch sofort; ich will nur darauf hinaus, dass „The Last Of The Fast Guns“ eben anders ist.

Und nicht nur anders als der Rest der Vertreter in dieser Box, sondern auch anders als der Durchschnittswestern generell (und das wiederum nicht nur, weil hier zur Abwechslung mal Tequila statt Whiskey getrunken wird (und zwar tatsächlich mit Salz und Zitrone im Übrigen…)). Schließlich vereint er in den ersten zwei Dritteln seiner Laufzeit durch die für unser Lieblingsgenre ja nun nicht gerade typische Suche nach einer untergetauchten Person dieses mit dem Kriminalfilm (und – wie Hank Schraudolph in seinem Inlaytext zur DVD feststellt – wenn man es genau nimmt sogar ebenfalls mit dem Film Noir, was mit Sicherheit richtig ist, aber mir ist und war das „Genre“ bzw. die Definition eines Film Noir immer zu schwammig und daher nicht greifbar genug, um solche Thesen aufzustellen). Das ist zwar für den heutigen Konsumenten so unglaublich neu nun auch nicht mehr, aber doch immer wieder eine nette Abwechslung, finde ich. Denn wer liebt die Whodunit-Spannung eines Krimis nicht? Zwar geht es hier nicht ums klassische „Whodunit?“, sondern um das „Who is it?“, aber das ist ja nun so weit auch nicht voneinander entfernt und lässt auf jeden Fall das gleiche Miträtselfieber aufsteigen – zumindest bei mir.

Nun ist es dann allerdings doch nicht unbedingt so, dass es Harmon, was diese Spannung angeht, mit eurem Lieblings-„Edgar Wallace“ aufnehmen könnte. Dazu sind die Fährten, die er legt und die Hinweise, die er verstreut, einfach zu eindeutig ((Spoiler) warum zum Beispiel sollte Miles einfach so mir nichts, dir nichts seine über Jahre gefestigte Stellung bei O’Reilly aufs Spiel setzen, nur um einen Mann zu suchen, an dessen Existenz er nach eigener Aussage überhaupt nicht glaubt, wenn er nicht mehr über diesen wüsste, sprich sich sicher wäre, dass er noch leben würde und es ihm nicht aus irgendeinem Grund wichtig wäre, die Aktion zu begleiten oder im Zweifel sogar zu beeinflussen? (Spoilerende)). Aber darum ging es ihm wohl auch nicht vorrangig, denke ich. Vielmehr wollte er wohl auf den zwischenmenschlichen Aspekt hinaus. Vertrauen gegen Vertrauen, Verrat – Vergebung – Vergessen. Er wirft, wenn man mal etwas über das Gesehene nachdenkt, einige „Was wäre wenn?“-Fragen auf, die es sich in diesem Fall nicht nur lohnt, für sich selber zu überdenken, sondern die er auch den Westerner interessant lösen lässt. (Spoiler) Denn natürlich wählt der am Ende den reinen, den ehrenhaften Weg, weil es der einzige ist, der seinem Kodex entspricht, aber er ist öfter merklich an einem Wendepunkt, an dem er wirklich überlegt, etwas anders zu machen als „seine Vorgänger“ (aus unzähligen Western hiervor). So will er den Auftrag, den Forbes ihm am Anfang des Films gibt, zuerst überhaupt gar nicht annehmen, dann scheint er immer wieder wirklich kurz zu überlegen, die Suche wirklich abzubrechen, genauso wie er in Anbetracht der zwei Silbermünzen zu überlegen scheint, ob Miles nicht vielleicht recht hat und er sich einfach sein Stück vom Kuchen holen und von dannen reiten sollte. Und ganz am Ende würde er diesen Kodex offensichtlich sogar brechen und Miles sogar das Leben schenken (zumindest sieht es für mich danach aus, dass er ihn mit seiner Wurfschlinge nur kampfunfähig machen wollte), um jemand anders über sein Schicksal entscheiden zu lassen, obwohl nach den Gesetzen des Westens eigentlich er die Gerichtsbarkeit ausüben müsste. Nur der Zufall kommt ihm in diesem Moment zur (Entscheidungs-)Hilfe, da Miles zu dicht an einem Abgrund steht, sich mit den gebundenen Beinen nicht mehr halten kann und in die Tiefe, seinem Tod entgegen stürzt. (Spoilerende) Ist „Kampf auf Leben und Tod“ am Ende also sogar ein Adult-Western? Tatsächlich ja, wenngleich auch einer, der so rasant geschrieben und inszeniert ist, dass sich die „erwachsene“ und die actionbetonte Komponente in etwa die Waage halten. Und klar hat sich Harmon das alles auch nicht selber ausgedacht, sondern schön bei den großen Psycho-Western jener Zeit abgeguckt, aber wo hätte er auch sonst abgucken sollen? Und außerdem hat er daraus eine sehr nette, neue Geschichte mit eigener Note gebastelt. Diese latente Ungewissheit, in welche Richtung der Streifen sich nun entwickeln könnte (obwohl man das eigentliche Ende immer vor Augen zu haben glaubt), täuscht über die an sich relativ schwach kaschierte Identität Forbes‘ eindeutig hinweg. Und außerdem ist Brad Ellison als Hauptheld in seinen Entscheidungen, wenn er sie denn getroffen hat, erfreulich klar und durchsetzungsfähig. Da braucht er dann kein Schlüsselerlebnis mehr (man merkt in jeder Szene, dass er dieses längst hinter sich hat) oder heult er einer Entscheidung lange nach, sondern wenn er sich für etwas entschieden hat, dann führt er das auch nach seiner Fasson durch und schaut nicht zurück. Gefällt mir, der Mann.

Ähnlich sind auch die restlichen Charaktere angelegt, die alle (bis auf Maria natürlich, die aber wie gesagt keine tragende Rolle spielt) schon ein gutes Stück ihres Weges hinter sich haben und entsprechend umsichtig und nachvollziehbar ihre Entscheidungen treffen ((Spoiler) der Widersacher, der seine Felle im Fall der Entdeckung Forbes‘ davonschwimmen sieht und also einlenken muss, aber an sich auch kein Mörder ist und Brad daher mit seinem „Anteil“ davonkommen lassen will (was ihn schlussendlich das Leben kostet); der Haciendaro, der seinen guten Freund, den Pater, schützen will und daher länger dicht hält, als ihm guttut; aber auch die Kollegen von Brad, die er später für seine Sache gewinnen will, die aber mittlerweile wissen, wann einer den Bogen überspannt und einen Auftrag zu persönlich nimmt und daher abhauen, bevor Ellison sie erreicht oder deren Vermieter, der sich so oft von eben diesen Pistoleros herumscheuchen sowie bevormunden lassen musste und der nun seine Chance auf Rache gekommen sieht, weswegen er alle Vorsicht vergisst (Spoilerende)) – und das ist bei einem Western dieser Zeit ja nun mal einfach lange nicht immer der Fall. (Spoiler) Einzig des Padres Grund, sich überhaupt weiterhin als solcher zu verstecken, von seinem Bruder abzuschotten und sich nicht erkennen zu geben, obwohl er sieht, dass seinetwegen schon so viele Menschen sterben mussten, der will mir nicht aufgehen. Aber er ist ja nun mal auch der Stein des Anstoßes hier und muss daher diese Einstellung an den Tag legen, weil sich der Film sonst erledigt hätte – so jedenfalls hab ich es mir schön geredet. (Spoilerende)

Auf der Grundlage dieses wirklich ansprechenden Drehbuchs inszeniert Sherman im Jahr 1958 dann auch gar nicht mehr so plump und handschriftslos wie etwa noch zehn Jahre zuvor, sondern darf sich für dieses Werk wirklich eine gehobene Leistung attestieren lassen, die nicht mehr jeder so einfach nachgemacht hätte. So verpasst er „The Last Of The Fast Guns“ beispielsweise einen geradezu elegischen Grundton. Bereits das erste Filmbild, das Hauptfigur Brad Ellison zeigt, wie er an einem offenen, (noch) leeren Grab vorbei in eine Stadt reitet, ist ziemlich bedeutungsschwer. Und die sich anschließende Abwicklung des ersten Shootouts mit der Tötung im Off und dem leeren Grab im On sowie die nachfolgenden Szenen bis zu Brads „Missionsantritt“ verstärken diesen Eindruck nur noch einmal. Das zeugt durchaus von Reife und einem gewissen Gespür für den Moment. Denn so cool der Originaltitel dieses Streifens auch ist, eigentlich ist er auf den ersten Blick ja ebenso nichtssagend wie der deutsche. Dass es den Verantwortlichen hiermit allerdings ernst war, beweisen eben diese schwermütigen Bilder Shermans. Und wenn Harmons Script dann auch noch vorgibt, dass sowohl Jesse James als auch Billy The Kid bereits gestorben sind und „Ringo“ altersmüde bemerkt „Wir haben gerade festgestellt, dass die Sonne untergeht.“, dann gehen Buch und Regie hier diesbezüglich eine geradezu perfekte Symbiose ein. Es hat also eine ganze Weile gedauert, aber im Herbst seiner Karriere hatte sich Sherman – ausgehend von diesem Beitrag – offensichtlich endlich zum ernst zu nehmenden Genreveteran entwickelt. Dazu überzeugt wie bereits angedeutet eindeutig auch Kameramann Alex Phillips (gerade mit seinen Naturaufnahmen) und der Soundtrack von Hans J. Salter und Herman Stein fällt zumindest nicht negativ auf.

Und auch seinen Cast hatte Sherman hier durchaus im Griff. Zwar ist ein Jock Mahoney auf jeden Fall in der einen oder anderen Szene zu steif und hätte sich seiner deutschen Synchronstimme Axel Monjé im Vorfeld in Sachen Lockerheit durchaus etwas anpassen können, aber für einen ehemaligen Stuntman macht er das wirklich gut. Mit seinem traurigen Blick ist er eindeutig glaubwürdig und alles, was er dann doch mal verzieht, macht ein Gilbert Roland in Hochform im Gegenzug locker wieder wett. Er überzeugt auf ganzer Linie. Ihm nimmt man beide Spielarten seines Charakters und vor allem auch dessen innere Zerrissenheit absolut ab. Und zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere konnte ein Mann wie George Sherman, was den Supporting Cast anbelangt, natürlich bereits aus dem Vollen schöpfen. So tummeln sich hier mit Lorne Greene (der seiner Rolle in „Bonanza“ nur ein Jahr später hier an und für sich einfach nur vorgriff), Eduard Franz (der in seiner Weinerlichkeit zwar nervt, aber den Charakter seiner Figur damit eben auch genau trifft), Edward Platt oder auch Carl Benton Reid in einer Winzrolle als John Forbes einige bekannte Namen, denen man gerne bei der Arbeit zusieht. Linda Cristal allerdings hat viel zu wenig Screentime, um ihre Nennung als weibliche Hauptrolle auf den damaligen Plakaten und heutigen DVDs zu rechtfertigen, aber wurde wohl aus genau diesem Grunde auch nur gecastet bzw. ihre Rolle einzig und allein deswegen überhaupt ins Drehbuch geschrieben. Aber was soll man sagen? Schaden kann eine hübsche Frau wie sie diesem Streifen auf keinen Fall und sie wurde durchaus auch schon schlechter in Szene gesetzt als von Sherman hier.

Und mit diesem Anflug von Chauvinismus, den ich mir vorhin wohl von Tyrone Power in „The Black Swan“ (für den an dieser Stelle ausdrücklich keine Empfehlung abgegeben werden soll) abgeguckt haben muss, wollen wir den heutigen Ausflug ins Westerngerne dann auch beenden. Unterm Strich ist „Kampf um Leben und Tod“ nicht nur der beste Titel (ausdrücklich im Sinne von „Film“ in diesem Falle) der „George Sherman Western-Box“, sondern auch generell ein sehr erfreulicher Genrevertreter, der nicht nur durch seine handwerkliche Klasse überzeugt, sondern vor allem auch durch ein gutes Drehbuch mit erfreulich gräulichen (also nicht nur klar weißen oder schwarzen), aber absolut meinungs- und handlungsstarken Charakteren, die ich mir einmal öfter gewünscht hätte (und die im Übrigen genau deswegen einen memorablen Spruch nach dem anderen ablassen – da hätte ich wirklich fast jeden Ausspruch eines der Protagonisten aufschreiben können, weswegen die Zitate weiter unten in diesem Ausnahmefall wirklich nur einen Auszug darstellen und keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben können). Vor der hervorragenden Landschaft macht es dann erst recht Spaß, sich diesen Streifen – Shermans nach meinem derzeitigen Kenntnisstand seines Oeuvres zweitbesten überhaupt nach „Big Jake“ – zu geben. Sicherlich wäre mit einem noch besseren Hauptdarsteller sowie ein wenig mehr Tiefgang noch mehr Nachhaltigkeit erreicht worden, sodass hierbei dann sogar vier Sterne hätten herausspringen können, aber man soll auch einfach mal zufrieden sein. Bin ich ob des Resultats aber auch absolut und daher muss ich – gerade auch im Vergleich mit den restlichen zwei Einheiten – feststellen: Einen besseren Abschluss dieser Box hätte ich mir kaum vorstellen können!

PS: Warum Ellison nun der letzte der „Schnellzieher“ sein soll, wird im Film nicht abschließend geklärt. Aber weil Jesse James sowie Billy The Kid tot sind und Ringo Reißaus nimmt, muss er wohl der letzte gewesen sein, bevor er Farmer wurde. ;) Der Titel bleibt aber einfach geil!

PPS: (Spoiler) Rolands Miles Lang überlebt hier einen Bauchschuss – das ist in der Filmwelt doch wirklich mal ne Seltenheit. ;) (Spoilerende)

Zur DVD:

Und diese nun wirklich zu Genüge vorgestellte und durch die Filme „Die rote Schlucht“ und „Rivalen am reißenden Strom“ komplettierte „George Sherman Western-Box“ kommt von Koch, mit einem Klappentext von Hank Schraudolph (der am Ende – glaube ich – zu einem ähnlichen Ergebnis kommt wie ich, dies aber wie immer unter einer wesentlich erhabeneren Wortwahl sowie einer größeren Informationsflut zu verstecken weiß) und einer Bildergalerie, die man sich angucken kann – oder eben nicht. Die Bild- und Tonqualität ist zwar weiterhin nicht ganz so gut wie gewohnt (das Bild erschien zumindest mir zu dunkel und der Ton ist wenigstens zweitweise leicht versetzt), aber wahrscheinlich darf man froh sein, dieses Kleinod überhaupt auf DVD genießen zu dürfen. Und bei dem aufgerufenen Preis und vor dem Hintergrund der Tatsache, dass es bis auf Weiteres wohl keine BD hierzu geben wird (was eine Sünde ist, wenn ihr mich fragt), sollte diese Box trotzdem ein Pflichtkauf sein!

Zitate

„Wenn einer erst anfängt, einen Bogen zu machen, dann reitet er immer im Kreis herum.“(nach Brad Ellisons Logik müssten alle Indianer im Kreis reiten)

[John Forbes hat den in einem Duell siegreichen Brad Ellison zu sich zitiert; dieser betritt das Zimmer] „Sie wollten mich sprechen?“ – „Ich wollte den Sieger sprechen.“ – „Bei einer Schießerei gibt es nur Überlebende.“(Brad Ellison nimmt von seinem zukünftigen Auftraggeber John Forbes keinerlei Vorschusslorbeeren an)

„Es gibt nur zwei Möglichkeiten – entweder ist man vorsichtig oder tot.“(Brad Ellison ist vorsichtig)

„Um eine Million zu verdienen, braucht man etwas mehr Menschenkenntnis als für einhundert Dollar.“(sagt in Person von John Forbes der Mann, der gerade den dritten Mann für denselben Auftrag rekrutiert, nachdem er die ersten beiden mit seiner Menschenkenntnis offensichtlich in den Tod geschickt hat)

„Es gibt Wesen, die man nicht zähmen sollte.“(Brad Ellison hat schon mal „Jurassic Park“ geguckt)

„Wenn man das Geld, das man mit der Pistole verdient, nicht schnell ausgibt, bringt es Unglück.“(Brad Ellison versucht seine ständigen Liquiditätsprobleme zu erklären)

„Ich kannte viele Männer in meinem Leben. Frauen werden schnell vergessen – eine Goldmine vielleicht auch. Sie vergessen sogar die Gesichter ihrer Kinder. Aber ein Grab, das sie einmal gegraben haben, vergessen sie nie.“(Brad Ellison nutzt seinen (in diesem Fall fragwürdigen) Erfahrungsschatz endlich, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen, ist so kurz davor – und sieht die Lösung doch nicht)

„Niemand kann vor sich selbst die Flucht ergreifen.“(Michael O’Reilly klärt Padre Jose alias Edward Forbes über den Irrtum seines bisherigen Lebens auf)

[Miles Lang berichtet O’Reilly und Padre Jose vom Tode Ellisons] „Sein gewaltsamer Tod wird ihn weniger überrascht haben als er mich traurig stimmt.“(Padre Jose maßt sich, wie so viele Geistliche, an, Gedanken und Gefühle anderer Menschen lesen zu können)

[Edward Forbes resümiert seine Zeit als Padre Jose] „Es waren schöne 15 Jahre.“ – „Nur wenige Menschen können das von sich sagen und wenn sie 100 Jahre alt werden.“ – „Wie werden die nächsten 15 Jahre aussehen?“ – „Das kommt auf den Mann an, der sie lebt.“(da er ihm die wichtigste Erkenntnis seines bisherigen Lebens 15 Jahre zu spät gegeben hat, gibt Michael O’Reilly die wichtigste Erkenntnis für sein zukünftiges Leben lieber gleich an Edward Forbes weiter)

★★★ +++

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