Django Nudo und die lüsternen Mädchen von Porno Hill

Brand Of Shame

★★★ --

  • Jahr: 1968
  • Regie: Byron Mabe
  • Darsteller: Steve Vincent, Samantha Scott, Steve Stunning, Cara Peters...

Story

Django (im Original Steve Turner (Steve Vincent)) hilft der ziemlich naiven Minenerbin Lilly Milly Quark (Samantha Scott), gegen diverse Schurken der Gegend zu bestehen sowie anschließend ihre Goldmine zu finden.

Worte zum Film

billigster Erotik-Western; unfassbare, zurecht so berühmte deutsche Synchronisation

Bewertung

Eigentlich wollte ich diese Gurke ja in den Erweiterungen versenken. (Und da gehört sie, eigentlich, definitiv auch hin!) Aber nach erfolgter Ansicht muss ich leider zugeben, dass mir dafür kein geeigneter Grund einfällt. Dachte ich ob des unfassbaren deutschen Titels vorher noch, dass die Genre-Vermischung hier noch sehr viel deutlicher zu Tage treten würde, weiß ich nun, dass „Brand Of Shame“ im Grunde ein klassischer Western ist (ein grottenschlechter zwar, aber ein Western). Im Gegensatz zu völlig degeneriertem Mist wie „Wild Gals Of The Naked West“, der sich einer klassischen Genrezuordnung im Grunde gänzlich entzieht, hat er eine für eine Pferdeoper recht bekannt klingende, ähm, nennen wir es Grundidee zu bieten, die eben nur mit so viel Sex, wie es eben ging, angereichert wurde. Gut gemacht vielleicht sogar eine Herangehensweise, die dem dafür offenen Fan (und wer sollte das nicht sein? ;) ) durchaus gefallen könnte – aber eben nicht in dieser mal wieder billigsten Form, die man sich vorstellen kann.

Nun genießt „Django Nudo und die lüsternen Mädchen von Porno Hill“ ja aber gerade im deutschen Sprachraum eine geradezu unfassbare Popularität, weil ihm seinerzeit eine Synchronisation spendiert wurde, die zu retten versucht, was (aus meiner Sicht nicht mehr) zu retten ist, und dabei jegliche Grenzen bekannter Standards sprengt. Gerade dies machte mich – einen erklärten Fan deutscher Synchronkultur (werden gefühlt ja auch immer weniger) – natürlich erst recht hellhörig und ließ mich – wider besseres, in mit viel Blut, Schweiß und vor allem Zeit bezahlten, im Rückblick völlig unnötigen Sichtungen ähnlich gelagerter Streifen erworbenes Wissen – dann schließlich auch mal einen Blick riskieren. Aber mein Instinkt trog mich nicht.

Denn man sollte sich bezüglich solcher „Aufbereitungen“ katastrophalen Inhalts eben immer wieder vor Augen halten, um was es sich im Kern leider weiterhin handelt: katastrophalen Inhalt. Und so kann dieser wirklich unfassbare, unorthodox mit den unmöglichsten Mitteln arbeitende, dabei tatsächlich sehr komische und somit schlicht großartig zu nennende, deutsche Versuch, dem Film über die Synchronisation doch noch ein Stück Glanz mitzugeben, am Ende höchstens diesen Auftrag erfüllen. Ein Stück Glanz, ja. Wenn Django in diversen Momenten minutenlangen, nicht storyfördernden Gequatsches von Lilly Milly Quark das Ganze einfach mal mit eine Off-Kommentar überlegt und sich in diesem darüber auslässt, wie sehr ihn diese kleine, naive Braut eigentlich abnervt, ist das selbstverständlich großartig. Und so etwas hatte ich vorher auch noch nie gesehen respektive gehört. Und wie heißt der eine Bösewichten-Trottel hier noch? Blumenkohl? Herrlich!

Allerdings muss sich ja selbst diese hervorragende Synchro trotzdem den sonstigen Gegebenheiten ergeben. Sprich einer Unmenge typischen Sixties-Sleaze, „Erotik-Szenen“, die diesen Namen nicht verdienen, Körper, die sich uninspiriert und vollkommen abturnend aneinander reiben und dabei in aller Regel noch nicht mal den Blick auf die – mitunter erstaunlicherweise sogar sehr ansehnlichen – Damen und ihre körperlichen Reize freigeben. Absolut dilettantisch! Darüber hinaus war selbstredend auch kein Budget für Ausstattung oder ähnliches vorhanden, sodass zu Beginn sogar eine Postkutschenfahrt gefaket werden musste (!). Das fügt sich zwar immerhin in den flapsigen Ton der deutschen Synchronisation ein, ist ansonsten aber ein einziges Armutszeugnis. Na und diese „Darsteller“, von denen man natürlich noch nie etwas gehört hat, laufen dann einfach nur blöd durch die Gegend, gucken schief und bringen nichts auf die Leinwand. Ganz zu schweigen von der mal wieder nur als Rahmenhandlung „agierenden“ Story, die irgendwann völlig stillsteht und dann einfach so vorbei ist.

Und ja, mir ist durchaus bewusst, dass genug Fans dieses Murks ihn gerade deswegen so überragend, so witzig finden. Aber ich habe den Reiz von Trash-Filmen nie verstanden (ein schlechter Streifen bleibt ein schlechter Streifen, egal wie viel Bier ich im Zweifel dazutue), kann daran auch überhaupt nichts lustig finden, sondern mich regelmäßig nur darüber aufregen. Aber unabhängig davon, dass mir dieser „Humor“ dann vielleicht fehlen mag, fände ich es richtig, wenn diejenigen, denen dieser gegeben ist, so fair (auch zu sich selbst) sein könnten und das betreffende Werk dann einmal so und einmal so bewerten könnten. Einmal nach dem, nennen wir ihn, Spaßfaktor und einmal nach seinem tatsächlichen Gehalt als Film, der ja ein Kunstwerk sein soll. Denn sonst verwässern irgendwelche Trashbomben-10-Punkte-Bewertungen auf den einschlägigen Portalen meiner Meinung nach die Aussagekraft der Durchschnittsbewertung der betreffenden Streifen doch erheblich.

Aber unabhängig davon, ob das dann jemand auch tun mag, ich für meinen Teil kann diesem Trash-Hit wie gesagt so oder so nichts abgewinnen. Ja, er ist mitunter aufgrund unserer überragenden Synchronisation sogar sehr lustig, aber die paar Lacher, für die er bei mir gesorgt hat, kann ich mir bei Rainer Brandt auch in einer halben Stunde „Sartana – Noch warm und schon Sand drauf abholen“ – und der war schon nicht der Weisheit letzter Schluss.

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