Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

The Assassination Of Jesse James By The Coward Robert Ford

★★★★★★

  • Jahr: 2007
  • Regie: Andrew Dominik
  • Darsteller: Brad Pitt, Casey Affleck, Sam Rockwell, Paul Schneider, Jeremy Renner, Garret Dillahunt, Sam Sheppard...

Story

Der Stern des einst gefürchteten Outlaws Jesse James (Brad Pitt) beginnt zu sinken: Nach einem unrentablen Zugüberfall verlässt ihn sein Bruder Frank (Sam Shepard) und kurz darauf wird sein Cousin Wood Hite (Jeremy Renner) erschossen. Er selbst zieht sich mit seiner Familie daraufhin erstmal eine Weile zurück. Sofort versuchen seine ehemaligen Mitstreiter, eigene Dinger auf die Beine zu stellen, was Jesse durch die Ermordung von Ed Miller (Garret Dillahunt) vorerst zu unterbinden weiß. Er selbst plant derweil einen neuen Coup mit Charley Ford (Sam Rockwell). Der überredet ihn dazu, auch seinen jüngeren Bruder Robert (Casey Affleck) mitzunehmen. Dieser, einst glühender Verehrer und Fanboy von Jesse, fühlt sich von diesem zunehmend missverstanden und lässt sich daher schlussendlich von der Regierung anheuern, um Jesse zu töten. Zum Beweis seiner Glaubwürdigkeit verrät er vorher noch ihren ehemaligen Kameraden Dick Liddil (Paul Schneider). Charley, der die Sache eigentlich nicht gutheißt, steht im Zweifel zu seinem Bruder und auch Jesse ergibt sich am Ende in sein Schicksal. An dem Tag, an dem er von Liddils Verhaftung erfährt, legt er seinen Revolvergurt ab und lässt sich von Bob Ford von hinten erschießen. Bob wird daraufhin zum Schauspieler und bekanntesten Mann der Staaten, muss sich allerdings eine Menge Beleidigungen anhören, die ihn irgendwann zu der Ansicht gelangen lassen, einen Fehler begangen zu haben. Sein Bruder Charley wird von ähnlichen, ungleich heftigeren Gewissensbissen schon vorher in den Selbstmord getrieben. Robert wird schließlich von einem James-Anhänger in seinem eigenen Saloon erschossen.

Worte zum Film

sehr gute Darsteller (vor allem im Ensemble), großartige Kameraarbeit und eine schlichtweg geniale Inszenierung; tolle Blickwinkel, tolle Arrangements, tolles Tempo; hochinteressanter Story-Ansatz, hochspannende Umsetzung; großartiges Biopic; der zweitbeste Western aller Zeiten und zugleich einer der authentischsten

Bewertung

Zum Film:

James Mangolds „3:10 To Yuma“-Remake war mit Sicherheit der spektakulärste, actionreichste und großangelegteste Western 2007 (gut, so viele wurden in den Nullerjahren pro Jahr ja auch nicht mehr gedreht, aber sei’s drum). Im Kino in meiner damaligen Nähe – gerade in Anbetracht meiner seinerzeitigen Immobilität – zwar nur zu unmöglichen Zeiten gesendet, weswegen es mir leider nicht vergönnt war ihn mir einmal dort anzusehen, jedoch von jedem Westernfan mit Freuden aufgenommen. Gab ja auch große Ankündigungen überall. Trailer im Fernsehen, Trailer und ganze Seiten im Internet, Plakate an den Wänden, das ganze Programm. Wird heutzutage ja nicht mehr jeder Pferdeoper zuteil, so eine Marketingkampagne. Aus eben diesem Grunde im Schatten dieses Prestigeprojekts (das am Ende „nur“ nett unterhalten konnte) fast untergegangen ist – zumindest hierzulande – daher ein anderer Vertreter unseres Lieblingsgenres: Andrew Dominiks „The Assassination Of Jesse James By The Coward Robert Ford“. Man möchte meinen ganz seinem Wesen nach entzog er sich fast gänzlich der Kenntnis seitens des geneigten Fans. Natürlich wusste man von seinem Dreh und Erscheinen, jedoch gefühlt nur aufgrund der Tatsache, dass mit Brad Pitt einer der damaligen A-Stars höchstpersönlich die Titelrolle übernahm (und sich ganz nebenbei ja auch noch als Produzent betätigte). Im Kino in meiner Nähe lief er dann erwartungsgemäß auch gar nicht erst an und auf DVD wollte ich ihn mir bei den Wucherpreisen für Neuerscheinungen (die sich bei den ganz großen Labels bekanntermaßen früher oder später in ganz humane verwandeln) nicht gleich zulegen. Tatsächlich war ich an ihm nach allem, was man über die ausgebliebene Werbung über ihn eben nicht erfahren hat, nämlich auch gar nicht sonderlich interessiert, da ich ihn für einen ganz „normalen Standard-Hollywood-Film“ dieser Jahre hielt, der nur eine durchschnittliche Geschichte (zumal hier nach dem gefühlt gerade erst erschienenen, gruseligen „American Outlaws“ schon wieder das Jesse-James-Motiv aufgegriffen wurde) und im „besten Falle“ ebensolche schauspielerischen Leistungen bietet. Eben ein Blockbuster-Anwärter, der nur auf den schnellen Reibach, dämlichen Witz und ein In-Position-Rücken seines Hauptdarstellers bedacht wäre (ganz zu schweigen von dieser „coolen“ Dialog-Form, die damals en vouge war, mit der ich folglich rechnete und mit der ich so gar nichts anfangen konnte). Unglaublich wie schwer man manchmal danebenliegen und einen Film so dermaßen unterschätzen kann…

Denn „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“ ist all das nicht (ein großes Dankeschön an dieser Stelle dafür, dass der Original-Titel einfach eins zu eins übersetzt wurde)! Er ist weder uninteressant, noch schwach gespielt, noch hat er irgendwelche „Starallüren“. Ganz im Gegenteil! Er ist übergroß, bildgewaltig, bis in die Nebenrollen extrem gut besetzt und inhaltlich von einer geradezu archaischen Wucht. Er ist nicht nur der beste Western (und Film) 2007 und eine der authentischsten Pferdeopern aller Zeiten, sondern ein absolutes Meisterwerk, der beste Film seiner Dekade und – aufgrund der eben geschilderten Vorgeschichte – neben „Interstellar“ (mit dem es mir sehr ähnlich erging) die größte filmische Überraschung meines bisherigen Lebens! Folglich teilt er sich mit eben diesem und Leones „C’era Una Volta Il West“ aktuell den vierten Platz in meiner persönlichen All-Time-Filmrangliste. Soll heißen: Besser geht es eigentlich gar nicht mehr.

Das einzige, was man davon vielleicht hätte erwarten können, wenn man sich ein wenig mehr mit dem Streifen beschäftigt hätte als ich es damals getan habe, ist der Realismusaspekt. Schließlich wurden ja selbst beim „Todeszug nach Yuma“ schon z. B. die Schussgeräusche erheblich reduziert, obwohl dieser ansonsten natürlich noch vor Fehlern in Bezug auf historische Korrektheit strotzt (was bei einem solchen, actionlastigen Vertreter aber vollkommen unerheblich und deswegen auch mitnichten schlecht ist). Bei „The Assassination Of Jesse James By The Coward Robert Ford“ haben wir es jedoch sogar mit einem Biopic zu tun – und zwar mit einem, das seinen Auftrag ernst nimmt. Die meisten der hier präsentierten Fakten sowie Szenen aus den letzten zweieinhalb Lebensjahren des berühmten amerikanischen Outlaws sind historisch belegt. Die künstlerischen Freiheiten, die sich Ron Hansen, der Autor der gleichnamigen Romanvorlage, sowie möglicherweise auch Andrew Dominik bei der Adaption derselben genommen haben, um die Sache ein wenig aufzuhübschen, halten sich in engen Grenzen. Und genau so sollte eine gute Filmbiografie meiner Meinung nach auch funktionieren. Nämlich im besten Fall zusätzlich noch als kleine Geschichtsstunde. Klar darf sie im Zweifel auch einfach nur unterhalten, aber wenn ich das Leben, das ich verfilmen will, erst umständlich aufmotzen muss, darf ich mich während dieses Prozesses vielleicht auch direkt fragen, ob es dann überhaupt spannend genug für eine filmische Umsetzung ist. Dass man sich diese Frage in Bezug auf Jesse James nicht stellen muss, dürfte klar sein, aber dass auch sein Lebensende noch so viel Potenzial barg, das hätte ich nie gedacht. Schließlich beginnt dieser Streifen dort, wo gewöhnliche Biopics über den Outlaw („Long Riders“ und Konsorten) aufhören, also nach dem Überfall auf die First National Bank in Northfield, Minnesota. Und das ist spannend.

Denn so erfahren wir nicht nur, wie Jesse James endete, sondern auch, wie er wirklich war. Nichts von wegen amerikanischer Robin Hood. Der umständlich anmutende Titel „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“, der für viele Amerikaner bestimmt auch heute noch eine darin eingeschlossene Wahrheitsbotschaft enthält, führt einen nämlich komplett an der Nase herum. Schließlich klingt das Teilstück „durch den Feigling Robert Ford“ sehr danach, als wollte man eine ähnliche Schiene wie „American Outlaws“ fahren, der sich ja nun an so gar keine Fakten hielt und nur dazu da war, Jesse James zu heroisieren und zu glorifizieren. Tatsächlich aber ist dieser Titel eher wie eine Frage gemeint. Der Zuschauer soll sich anhand des Gezeigten selbst eine Meinung bilden. Und dabei wird keiner der beiden Genannten, weder James noch Ford (der für mich mindestens auch ein Arschloch war), beschönigend dargestellt. So macht man das heute! Die überlange Überschrift als solche ist also schon fast eine Art Provokation, die nach dem Ansehen des Films aber genau ihren Zweck erfüllt und die man dann auch ganz anders liest (ich habe den Titel früher zum Beispiel nie ausgeschrieben, jetzt würde ich ihn nie wieder abkürzen, was zwar vielleicht nervig ist, ich Andrew Dominik aber schuldig bin (habe ich das Gefühl)).

Und weil man auch darüber hinaus – wie für moderne Genreproduktionen üblich – keinerlei Zugeständnisse an Wildwest-Romantiker macht, und Andrew Dominik ein kleiner Perfektionist zu sein scheint, entpuppt sich „The Assassination Of Jesse James By The Coward Robert Ford“ als einer der authentischsten und zu diesem Zeitpunkt vielleicht sogar als der authentischste Western aller Zeiten (generell geht es wohl nur noch ebenso realistisch, denke ich). Die Kostüme und Designs wirken absolut echt (nicht mehr nur noch zerrissene Fetzen und diese windschiefen Bretterbuden), die Schüsse hier sind noch leiser (ich gehe einfach mal davon aus so leise, wie sie in echt wohl waren), Schläge mit dem Revolver auf den Kopf hört man fast gar nicht mehr, Schüsse aus weiter Entfernung treffen quasi nie ihr Ziel (alle Duelle finden aus nächster Nähe statt (ein denkwürdiges zwischen Paul Schneiders Dick Liddil und Jeremy Renners Wood Hite brennt sich ins Gedächtnis)) und so weiter und so weiter. Auf eine Lovestory braucht ihr folglich auch nicht zu hoffen. Nicht ein Küsschen gibt es zu sehen. Was verwundern mag, ist, dass Dominik vor diesem Hintergrund nicht auf wenigstens ein paar nackte Brüste setzt (wenigstens eine Sexszene hätten wir hier ja gehabt). Aber da kann man mal wieder sehen, dass es das, wenn man es draufhat, gar nicht braucht (wenn ich mir das selbstredend auch gerne mit angesehen hätte).

Denn ganz, aber wirklich nur ganz nebenbei hat der Neuseeländer auch ein unglaubliches Regie-Talent; es ist eine wahre Freude. Ich mein, wer schon leone-ähnlich nach seinem ersten Streifen sieben Jahre „abwartet“, um dann so einen Western rauszukloppen, der verdient schon höchste Anerkennung, aber wer diese Pferdeoper dann auch noch in solch inszenatorischer Qualität anbieten kann, der hat es einfach drauf. Und so wird „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“ fast schon zum Kunstfilm. Es zeichnet diesen – wohlgemerkt immer noch – Western eine Ruhe aus, die man sonst nur bei den – vornehmlich alten – europäischen Großmeistern findet. Das wird sicherlich nicht jedem Zuschauer gefallen, aber erstens übertreibt es Dominik mit seiner Bedächtigkeit nicht und zweitens – und das ist noch viel schöner – durchzieht sein Werk passend dazu ein elegischer Unterton, den man in diesem Genre sonst auch fast nur bei Leone findet und der mein Herz daher im Freudentakt schlagen lässt. Einfach überwältigend.

Nebenbei hatten er und sein berühmter Kameramann Roger Deakins ein wahnsinniges Gespür für ihre Bilder. Grandiose Naturaufnahmen vor allem von den Kornfeldern und verschneiten Landschaften sind da gelungen; da kriegt man den Mund nicht mehr zu. Und der Gegensatz dazu, die Close-Ups, sind auch herrlich und ich weiß fast nicht, was ich besser finden soll, aber da ich schon immer ein Faible für hervorragend fotografierte Landschaften hatte und habe, werden die sich wohl durchsetzen (diese Felder sind der Hammer!). Und auch wenn wenigstens ein Kameraexperiment misslungen ist (die Einstellung, die um das noch erkennbare Bild in der Mitte des Bildschirms einen verwaschenen Ring zieht und die immer dann Anwendung findet, wenn sich der Erzähler zu Wort meldet, will mir partout nicht gefallen), ist das höchstens der Beweis dafür, dass selbst ein genialer Streifen sich eine kleine Schwäche erlauben darf (denn wenn man sonst keine Probleme hat, geht’s einem wirklich hervorragend). (Und auch wenn der Vergleich unangebracht ist: Die Kamera von „3:10 To Yuma“ aus demselben Jahr, die ich ja auch gelobt habe, ist hiergegen eine Spielerei.) Und am besten gefallen mir dann natürlich die Einstellungen, wo beides, nämlich die filmische Ruhe und der superbe Einsatz der Kamera zusammentreffen, wie beim Warten auf den Zug ganz zu Anfang oder beim Ausblasen der Kerze durch Sarah Hite (Kailin See) auf dem Plumpsklo. Das sind zum Beispiel wahnsinnig gut gelungene Arrangements, für die es dann durchaus auch mal einen Oscar hätte geben dürfen (war ja in diesem Falle sogar nominiert, wenngleich Robert Elswit ihn in diesem Fall sicherlich nicht zu Unrecht gewonnen hat). Und dann versteht man in diesem Einzelfall auch endlich mal voll und ganz das Prädikat „Besonders wertvoll“, das dieser Film von der FBW erhalten hat (sonst fasst man sich bei deren Einschätzung ja regelmäßig an den Kopf).

Einen weiteren Coup landeten Andrew Dominik und Co. mit der Besetzung der Hauptrolle durch Brad Pitt. Jemandem also, der dem Film die Aufmerksamkeit verschaffen kann, die er verdient, die er mit seiner ruhigen Art ohne ihn vielleicht aber nicht kriegen würde (im Mainstream dürfte es dieser Vertreter mutmaßlich selbst in den USA schwer gehabt haben), und der nebenbei auch noch einer der talentiertesten Mimen Hollywoods ist und war. Auch ihn habe ich anfänglich unterschätzt (ganz einfach vorschnell geurteilt aufgrund einiger seiner Rollen und seines Mainstream-Images, welches er natürlich auch nach diesem Film weder ablegen konnte noch wollte), aber er hat mich nach und nach von sich überzeugt (ähnlich wie Leonardo DiCaprio und im Gegensatz zu seinem Kumpel George Clooney z. B., den ich weiterhin für überschätzt halte (und der hoffentlich nie einen Western drehen wird)). Auch hier macht er erneut einen überragenden Job, wenn man sich an ihn als Jesse James auch erst gewöhnen muss. Fakt ist aber, dass der echte Outlaw tatsächlich viel eher wie Brad Pitt (so wie hier zurechtgemacht) denn wie etwa James Keach aussah. Hätte man gar nicht gedacht, oder? Sachen gibt’s… Pitt steigert sich jedenfalls im Laufe des Streifens immer weiter und ist am Ende richtig furchteinflößend. Große Klasse, Hut ab. Casey Afflecks Oscarnominierung kann man ebenso sehr gut nachvollziehen, denn er liefert hier quasi eine Blaupause des psychopatisch-verklemmten Fanboys, der sich missverstanden fühlt. Er macht Bob Ford regelrecht fühlbar. Großartig! Sein „Bruder“ Sam Rockwell gefiel mir allerdings ebenso gut. Ein total cooler und sympathischer Typ. Kein Wunder, dass der seinen Weg gemacht hat. Und wie vorhin schon angesprochen sind bei diesem Werk selbst die Nebenrollen mindestens ebenso gut besetzt. Paul Schneider etwa ist grandios, bei Garret Dillahunt frage ich mich schon seit einiger Zeit wo bei seinem Talent und seinen Leistungen die Hauptrollen bleiben, Sam Shepard ist immer einen Blick wert und Jeremy Renner habe ich bisher noch nicht so gut erlebt wie hier (habe aber auch noch nicht viel mit ihm gesehen). Ein großartiges Ensemble!

Und so traf am Ende Talent auf Talent und entstand unter der überragenden Leitung von Andrew Dominik ein genialer Western, der seinesgleichen sucht. Ein hervorragendes Biopic, das die sicher ebenfalls tolle Vorlage von Ron Hanson meisterlich in bewegte Bilder umzuwandeln verstand. Gnadenlos realistisch, herrlich fotografiert, sensationell gespielt und genial in Szene gesetzt! Allen, die eventuell ähnliche Vorbehalte hegen sollten, wie ich sie oben beschrieben habe, kann ich eine Sichtung daher nur dringend ans Herz legen. Sicherlich werdet ihr dabei nicht alle so überschwänglich reagieren wie ich, aber wer nicht gerade ein Action-Feuerwerk erwartet, sollte zumindest nicht komplett enttäuscht werden. Alle, die ebenso wie ich dachten, die Lebensgeschichte von Jesse James sei längst erzählt gewesen, sollten sich eines Besseren belehren lassen. Es war eben noch nicht alles gesagt. Ganz im Gegenteil, noch längst nicht alles. Hiernach, nach „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“, muss es vielleicht wirklich keinen neuen „Jesse James“ mehr geben. Außer Andrew Dominik hat nochmal Lust auf ein „Prequel“ ( ;) ). Aber der macht seitdem ja eher mit seltsamen bis keinen weiteren Projekten auf sich aufmerksam. Bei seiner Begabung mehr als schade. Was von ihm bleiben wird, ist so oder so aber der meiner Meinung nach beste US-Western aller Zeiten sowie zusammen mit „Spiel mir das Lied vom Tod“ der zweitbeste Western überhaupt. Ein Hochgenuss, sicherlich nicht nur für Genrefans. Für diese allerdings eine Sternstunde!

Zur DVD:

Wie gesagt für den Normalpreis hätte ich mir die Warner-Scheibe nicht zugelegt, aber für 6 Euro habe ich dann irgendwann mal zugeschlagen. Bild und Ton sind natürlich vorzüglich, wenn auch so gut wie jeder Fernseher ein Problem mit der Darstellung des stellenweise total schwarzen Bildes (das einen ungeheuren Reiz ausmacht) haben dürfte. Müsste man daher echt mal auf nem OLED-TV sehen, das Ding. Ach und in HD, das wäre natürlich auch klasse. Falls den also noch mal jemand neu auflegen möchte, ich kaufe ihn sofort! Aber geschenkt, Bonusmaterial gibt es hierauf gar nicht, was Warner bei seinen neueren Titeln ja leider manchmal so macht. Da ich ihn ansonsten ja nie zu Gesicht bekommen hätte, bin ich weiterhin froh über diesen Kauf, würde mittlerweile aber natürlich schon ganz gerne mal upgraden.

Zitate

„Guck dir die Idioten an! Da stehen sie und gleich schießen sie sich ein Loch in den Schritt.“ – „Und ich besorg’ ihnen die Ehemänner, falls sie das schaffen.“(Wood Hite gibt Frank James gegenüber gleich mal sein neues Geschäftsmodell preis, falls es mit der Zugräuberkarriere nicht klappen sollte)

„Die haben ihre Vorschriften und ich greif’ hart durch. So regeln wir das hier.“(Jesse James zitiert aus der Bibel)

„Kannst du n Geheimnis für dich behalten?“ – „Das kommt auf das Geheimnis an.“(Charley Ford kennt seinen Kopf)

[Jesse und Bob plaudern über die Geschichten, die über Ersteren erzählt werden] „Das ist alles gelogen, weißt du?“ – „Ja, is doch klar.“(Robert Ford kennt die Bibel)

„Ich bin so etwas wie ein Supermorator.“ – „Nun ja, ich ahnte, dass es dafür einen Namen gibt.“(Sarah Hite (Kailin See) vertraut Dick Liddil gegenüber auf ihre weibliche Intuition)

„Man sagt, wenn eine Frau Feuer gefangen hat, soll man sich auf sie drauflegen und mit ihr am Boden wälzen.“(Dick Liddil war früher bei der Freiwilligen Feuerwehr)

„Sterben macht dir überhaupt nichts aus, wenn du mal nah dran warst.“(Jesse James plaudert aus dem Nähkästchen)

[Charley schlägt Jesse seinen Bruder Bob als Hilfe für den geplanten nächsten Überfall vor] „Ja und er verehrt dich.“ – „Ganz Amerika verehrt mich.“ – „Du hast bloß keine zwei Millionen Namen, die du aus’m Hut zaubern kannst, wenn du mal nen dritten Mann brauchst.“(Charley Ford hat nachgezählt)

„Weißt du, mit deinem Bruder fühl ich mich ganz wohl. Er ist hässlich wie die Nacht, stinkt wie ein Iltis und ist so doof, dass er noch nicht mal Nägel in den Schnee hauen könnte, aber man hat ihn gern um sich. Das kann ich von dir nicht behaupten, Bob.“(Jesse James ist im Bewertungs-Modus)

„Du hast ja deinen Schuh verloren, Schatz. Das könnte n Problem werden; die verkaufen die Dinger nämlich nicht einzeln.“(Jesse James erklärt seiner kleinen Tochter den Kapitalismus)

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