Der Weg nach Westen

The Way West

★★★ +

  • Jahr: 1967
  • Regie: Andrew V. McLaglen
  • Darsteller: Robert Mitchum, Kirk Douglas, Richard Widmark, Lola Albright, Sally Field, Michael McGreevey, Harry Carey Jr., Jack Elam...

Story

Der extrem ehrgeizige Ex-Senator William J. Tadlock (Kirk Douglas) will unbedingt der Erste sein, der einen Siedlertreck nach Oregon führt, wo er eine Stadt errichten möchte. Auf dem Weg dahin müssen er und seine Leute nicht nur den Widrigkeiten der Wildnis, sondern auch den Indianern trotzen und zu allem Überfluss führt Tadlocks herrschsüchtige Art auch noch zu Konflikten zwischen ihm und seinem Treckführer Dick Summers (Robert Mitchum) sowie Lije Evans (Richard Widmark), einem der angesehensten Mitglieder der Truppe. Da die Männer im Grunde ihres Herzens aber alle vernünftige Kerle sind, raufen sie sich immer wieder zusammen, sodass erst die Witwe des während der Fahrt wegen des Mordes an einem Häuptlingssohn gehängten Johnnie Mack (Michael Witney) dafür sorgt, dass Tadlock kurz vor dem Ziel von einer Klippe in den Tod stürzt. Der Treck setzt seine Reise auf Flößen daraufhin alleine fort und wird nun einzig von Evans geführt, da es Summers vorzieht, fernab der Zivilisation weiterzuleben und die Gruppe daher angesichts des nahenden Wegesendes ebenfalls verlässt…

Worte zum Film

schöpft das Potential seiner Story nie wirklich aus; so gut wie keiner der Beteiligten auf Normalniveau; Mischmasch aus klassischen und moderneren Elementen kann zu keiner Zeit wirklich überzeugen

Bewertung

Zum Film:

Andrew V. McLaglen hat in seiner langen Karriere ja durchaus das eine oder andere gute Filmchen zu verantworten gehabt, aber „The Way West“ gehört leider nicht dazu. Und dabei klang doch mal wieder alles nach einem überragenden Western-Abend: mit Robert Mitchum, Richard Widmark und Kirk Douglas drei von mir hochgeschätzte Altstars in den Hauptrollen, die sich hier zum ersten und letzten Mal vereinen sollten, und dazu noch 1967 gedreht, also zu einer Zeit, in der noch die letzten, großen, klassischen Pferdeopern entstanden (und die genau deswegen auch tatsächlich schon fast mein liebster Auszug der klassischen Periode ist). Und da hier ja wie gesagt Mr. McLaglen im Regiestuhl saß, durfte man auch davon ausgehen, dass dieser nicht allzu sehr danach trachten würde, den Spätwestern mit auf den Weg zu bringen, sondern sich an altbewährte Formeln halten würde. Zumal seine sehr interessant klingende Story um einen Treck, der den Oregon Trail bewältigt, ja eben auch genau so eine ist, die man zehn oder zwanzig Jahre zuvor auch schon verfilmt hätte. Was heißt hätte? Hatte man davor ja auch schon mindestens ein Mal gemacht (nämlich 1930 bereits, also sogar fast vier Dekaden eher, mit „The Big Trail“, nech?). Daher ist „Der Weg nach Westen“ also natürlich nicht die erste und vor allem nicht die einzige Planwagen-Pferdeoper, aber ganz alltäglich, weil unter anderem z. B. nicht ganz billig (wenn man die Dinger z. B. einen Berg abseilt), sind diese ja auch nicht. Also alles bereitet für einen weiteren, großen Genrebeitrag, dachte ich wie gesagt.

Und vielleicht hätte er das ja sogar auch werden können. Schließlich kenne ich die Buchvorlage „The Way West“ von A. B. Guthrie Jr., die dann von Ben Maddow sowie Mitch Lindemann in ein Drehbuch umgewandelt wurde, nicht – und die hat immerhin den Pulitzer-Preis gewonnen. Ich kann jedenfalls nur hoffen, dass sie besser ist, denn so, wie sie hier verfilmt wurde, reicht es für ein „gut“ hinten und vorne nicht aus. Das fängt allein schon damit an, dass hier für meine Begriffe nicht genügend erklärt wird – oder eben ein Stück zu viel. Denn entweder hätte ich ganz zu Beginn dann doch ganz gerne gewusst, warum Treckführer Dick Summers (Robert Mitchum) sowie Lije Evans‘ (Richard Widmark) Frau Becky (Lola Albright) sich am Ende doch breitschlagen lassen, sich dem waghalsigen Abenteuer anzuschließen, obwohl sie anfangs alle Argumente dagegen auf ihrer Seite haben, oder man hätte diese generell nur nervigen Introszenen gegen solche austauschen sollen, wo sich die Zugmitglieder alle in der Stadt zu Anfang treffen und sich gegenseitig vorstellen, kennenlernen und so weiter (man kennt das ja aus ähnlich angelegten Expositionen) – so fehlt mir da was (und ja, mir ist durchaus bewusst, dass Senator Tadlock (Kirk Douglas) seinen Wunschmann Summers offensichtlich an der Ehre gepackt und ihn so überzeugt hat und dass Rebecca ihrem Mann offensichtlich einfach nur verfallen ist, aber beides erscheint mir unterm Strich dann doch ein wenig zu dürftig und vor allem wirkt es einfach nur so dahingerotzt, weil einem offensichtlich kein besserer Beginn eingefallen ist; dann wie gesagt lieber weglassen). (Spoiler) Vor allem aber hätte man hier die Chance nutzen und den geneigten Zuschauer darüber aufklären müssen, wie die ganzen Treckangehörigen eigentlich zu Initiator Tadlock stehen. Denn die lassen sich von dem im weiteren Verlauf ja wirklich fast alles gefallen. Und der macht auch einfach vor nichts halt. Nicht vor dem Eigentum der Siedler und noch nicht mal vor deren Frauen… Und dann pocht er, als ihm die Sache dann doch mal zu entgleiten droht, auf einen Vertrag, den alle mit ihm hätten. Ja was für einen Vertrag denn, frage ich mich da doch? Könnte dessen Inhalt vielleicht erklären, woher Tadlock meint sich seine ganzen Freiheiten nehmen zu können? Ich schätze schon, aber dieses so wichtige Dokument, das man ebenfalls mit zwei Sätzen zu Anfang hätte erwähnen sowie erläutern können, wird einem einfach vorenthalten und im weiteren Verlauf quasi als bekannt vorausgesetzt. Im Buch hätte man an entsprechender Stelle dann ja bestimmt die Auflösung mitgeliefert bekommen, aber in einem Film rätselt man nur stumm vor sich hin (und tut das, wie ihr seht, auch noch nach dem Abspann). (Spoilerende) Ich weiß nicht, vielleicht sollte das ja in irgendeiner Form innovativ sein (ihr wisst schon, so nach dem Motto „Man darf dem Publikum auch nicht immer alles vorkauen.“), aber wenn, war das in diesem Fall der falsche Ansatz.

Er würde allerdings immerhin zu der Krankheit passen, die „Der Weg nach Westen“ vor allem prägt. Denn was ich mir als Vorteil versprochen hatte, stellt sich in Wahrheit leider als Hinkefuß heraus: Dadurch, dass McLaglen und seine Crew sich hier ganz im Gegensatz zu dem drei Jahre später entstandenen „Chisum“ z. B. offensichtlich nicht ganz einig waren, welche Linie sie fahren sollten, ist das Endergebnis als Mischmasch verschiedener Ansätze nicht wirklich gefällig. Man wusste anscheinend nicht genau, ob man lieber die ganz klassische Schiene fahren oder auch die damals aktuellen Einflüssen, vor allem des europäischen Western, mit einfließen lassen sollte (das Buch war ja schon ein paar Tage älter, sollte diese also wohl kaum bereits enthalten haben, vermute ich jetzt einfach mal) und entschied sich dann für den Mittelweg, der ja oft die beste Wahl ist, hier allerdings dazu führt, dass der Streifen immer wieder das Gefecht „alt gegen neu“ mit sich auskämpft. Allzu oft spiegelt sich dieses dann auch in den Charakteren selbst wieder. Da haben wir nämlich auf der einen Seite die „alte Garde“, Haudegen klassischer Schule wie die drei Hauptdarsteller Mitchum, Widmark und Douglas (die tatsächlich wirklich sichtlich gealtert sind; da kriegt man schon erstmal nen Schreck). Die haben sich, was ihre Figuren betrifft, überhaupt nicht verändert. Mitchum ist der genauso unverwüst- wie unverbesserliche Gutmensch, der sogar den abgeranzten Betbruder, den Jack Elam hier spielt, bei sich aufnimmt, obwohl der ganz offensichtlich nur ein Schmarotzer ist. Aber, Zitat, „Religion ist wichtig.“, nech? Wenn ich das schon höre… Widmark gibt den ehrbaren, hart arbeitenden Siedler, der das Herz vollkommen auf dem rechten Fleck hat, aber auch mal einen Spaß sowie ein Gläschen verträgt und Douglas ist als Kontrapart der keinesfalls böse, aber von seinem Ehrgeiz zerfressene Ex-Senator, der den Treck daher mit unbarmherziger Härte führt. Kommt euch bekannt vor, oder (zwischen den letztgenannten beiden ist es z. B. die gleiche Konstellation wie die zwischen John Wayne und Montgomery Clift in „Red River“)? Und nur auf diese drei Personen ist der Film auch zugeschnitten; das merkt man ständig. Die anderen haben kaum etwas zu sagen. Anwesend sind sie ja aber trotzdem und unter ihnen finden wir dann beispielsweise unverbrauchtere Charaktere wie den von Sally Field. Ihre Mercy McBee kann man als nichts anderes als die Treckschlampe bezeichnen. (Spoiler) Und ja, ich weiß, dass sich dahinter natürlich nur der Wunsch verbirgt, geliebt zu werden, und dass ihre Eltern, von denen sie selbige ja kaum erfährt und die sie bis hierhin bestimmt immer vor der Männerwelt versteckten, daran nicht unschuldig sind, aber wenn sie mit den „guten Jungs“ wie Evans‘ Sohn Brownie (Michael McGreevey) dann nur so rumspielt, um sich den „bösen Jungs“ wie Johnnie Mack (Michael Witney), der eine Szene zuvor fast seine frisch angetraute Frau vergewaltigt hätte, weil die gerade nicht so wollte wie er (was Mercy sogar mit angehört hat), sofort an den Hals zu werfen und von diesen bespringen (und in diesem Fall ja sogar schwängern) zu lassen, dann ist sie für mich nichts anderes (das ist ja wohl wirklich n bisschen plump für jemanden, den man ja bestimmt nicht ganz kacke finden soll, oder?). Jedenfalls aber ist diese Figur in alten Western ja ebenso undenkbar wie die ihres dann irgendwann doch ausgewählten und wieder nicht ausgewählten Freundes Brownie, der sich zu Mercy und vor allem zu dem ungeborenen Kind von ihr bekennt, das, wie er weiß, nicht von ihm selbst sein kann. (Spoilerende) Symbolisch könnte man also sagen steht diese junge Generation hier für den neuen, den jungen, sich ankündigenden Spätwestern und gerät mit der „alten Garde“ (der klassischen Periode) durch ihr andersartiges Denken immer wieder in Konflikt (und damit der Streifen mit sich selbst) und das will für mich keine runde Sache ergeben. Entweder müssten wenigstens Mitchums und Widmarks Charaktere dann auch mal einen (ernst zu nehmenden) Makel offenbaren oder man hätte vielleicht nicht gleich auf Teufel komm raus mit so extrem anderen Weltbildern ausgestattete Figuren zu deren Kindern machen sollen. So jedenfalls passt das für mich nicht zusammen, ist mir das ein wenig zu extrem und nervten mich die entsprechenden Sequenzen ziemlich (das ganze dämliche Hin und Her zwischen Mercy, die überhaupt nicht schwangerer wird über die Zeit, und Brownie als auch den völlig aufgesetzten „Humor“ von Mercys selten dämlichen Eltern beispielsweise). Und auch die genannten Hauptdarsteller selbst scheinen so ihre Probleme damit gehabt zu haben und nur der wirklich feinen Schauspielkunst einer Lola Albright, die auch innerhalb der Geschichte ständig zwischen den Parteien vermitteln muss, ist es zu verdanken, dass wir dadurch nicht vollständig ins Lächerliche abrutschen (was in Szenen ohne sie dann aber doch leicht passieren kann; etwa wenn Dick Summers Brownie Evans in Beziehungsdingen beraten soll).

Was die Sache nicht besser macht: Durch eben jene generelle Unausgeglichenheit im Script ist „The Way West“ leider auch kaum spannend. Denn immer, wenn es gefährlich zu werden scheint, ist eine Szene später wieder alles in Butter. (Spoiler) Und ich will hier jetzt gar nicht mal davon anfangen, dass man sich als Grund für die erste Keilerei völlig unnötigerweise ein extrem hirnrissiges Wettrennen mit einem Viehtreck ausdenken musste. Das ist zwar schwach, aber auch schnell wieder vorbei. Aber wenn Tadlock und Co. mit ihren Wagen dann endlich den gefährlichen Fluss durchqueren, bricht kein Rad und scheut kein Pferd. Alle kommen heile am anderen Ufer an. Erst beim allerletzten Wagen geht dann was schief und der Eigentümer ertrinkt, aber auch nur, weil er sich seine ersparten Goldmünzen um den Bauch gebunden hatte. Selbst schuld, soll man dann wohl denken. Das gleiche Muster, nur umgekehrt, wählt man am Ende bei der nun leider wirklich überhaupt nicht spektakulär geratenen Abseil-Aktion der Planwagen. Der erste Mann, der probehalber heruntergelassen werden soll, stürzt ab (und damit in den Tod), alle wollen deswegen schon aufgeben, dann kommt Tadlock zurück, bringt seinen Spruch, alle fassen (weil Becky wieder einlenkt natürlich) neuen Mut und bauen eine verstärkte Anlage, mit der dann überhaupt gar kein Unglück mehr geschieht (dass Tadlock am Ende doch draufgeht, liegt schließlich nur daran, dass die mittlerweile verwirrte Mrs. Mack (Katherine Justice) das Seil durchschneidet, um ihn umzubringen – ein wirklich schwacher Filmtod ehrlich gesagt, der immerhin überraschend kommt, aber diese Plötzlichkeit kann nicht vertuschen, was er ist: konstruiert). Wenn Tadlock zwischenzeitlich seine Felle davonschwimmen sieht, weil seine Leute alle lieber in einem Fort, das auf dem Weg liegt, bleiben bzw. nach Kalifornien gehen wollen, greift er zu einem einfachen wie erfolgreichen Trick: Er behauptet ein Mitglied seiner Reisegruppe habe – ich glaube – Lepra (irgendeine gefürchtete, ansteckende Krankheit jedenfalls). Schon werden alle rausgeschmissen (im wahrsten Sinne des Wortes; die müssen aufpassen, dass die Fortbewohner denen nicht gleich noch die Wagen anstecken) und obwohl dies so ist, muckt da keiner der anderen auf, wenn die Wahrheit ans Licht kommt. Am Ende wäre da sonst noch einer bei zu Schaden gekommen…

Und auch die Indianer, auf die man hier sowieso viel zu lange warten muss, stellen keine wirkliche Bedrohung dar. Wenn Brownie ganz verliebt irgendwas in einen Felsen auf Sioux-Territorium haut, wird er zwar von diesen einkassiert, aber an der Art und Weise, in der Summers ihn da wieder herausholt, merkt man schon: Da passiert jetzt nicht viel. Und wirklich werden nur ein paar Felle und andere Habseligkeiten bei den „Roten“ eingetauscht und schon feiert man zusammen ein Fest. Dass Johnnie Mack währenddessen nicht nur Mercy vernascht, sondern gleich darauf auch noch völlig unnötigerweise einen Häuptlingssohn erschießt, der sich ihm in ein Wolfsfell gehüllt näherte, woraufhin die Indianer dann doch nochmal sauer werden, ist genauso dämlich, wie es jetzt klingt. Warum muss der Idiot ihn denn gleich abknallen? Aber keine Angst, denn die Teufelskerle Summers und Evans spielen am nächsten Tag kurz Hase und Igel mit den Verfolgern und da man sich daraufhin bis zur Grenze des Dakota-Landes in Büffelspuren bewegt, geht man davon aus, dass keine Gefahr mehr droht. Da die „Indsmen“ in diesem Ausnahmefall aber tatsächlich auf die Begrenzungen ihrer Ländereien pfeifen, kommt doch nochmal kurz Spannung auf. So ziemlich das einzige Mal so wirklich in 120 Minuten. Und auch wenn Tadlocks Idee, entweder den Schuldigen, der sich freiwillig stellen soll, oder aber Evans‘ Sohn zu hängen, weil der die Misere am Fels ja ausgelöst hatte, natürlich mal wieder total bekloppt ist, ist man doch gespannt, was nun wohl passieren wird. Aber was soll ich euch sagen? Dieser Johnnie Mack kriegt Gewissensbisse und stellt sich tatsächlich! Lässt sich einfach so von seinen Leuten aufhängen und die Indianer, die dieser Methode der Bestrafung, wenn ich das richtig sehe, überhaupt nie zugestimmt hatten, ziehen daraufhin tatsächlich ab… Na und so kann der Treck weiterziehen und man hat ganz nebenbei auch noch den Schuldigen für die Fast-Vergewaltigung und den Ehebruch über den Jordan geschickt. Also alles wieder Friede, Freude, Eierkuchen. Bis die Sache mit der ungewollten Schwangerschaft vor der Eheschließung rauskommt. Ach ja, aber da stellt sich ja Brownie vor seine Zukünftige und lügt einfach mal, dass sich die Balken biegen für dieses eingebildete, kleine Mädchen, das ihn gar nicht verdient… (Spoilerende) Und ich denke, weitere Beispiele kann ich mir sparen, oder? Auch diesbezüglich wollte man also offensichtlich keinerlei Risiko eingehen, muss dann aber damit leben, dass ein Treck- bzw. Planwagen-Film, der eben genau von dieser Konfrontation Mensch gegen Wildnis lebt (bzw. leben sollte), ohne entsprechende Schauwerte eine ziemlich fade Angelegenheit ist.

Immerhin gibt es erwartungsgemäß ein paar schöne Naturaufnahmen und Landschaftsbilder zu bewundern, aber auch William H. Clothier war (vorher wie hinterher) schon mal um einiges besser. Ebenso wie sein Spielleiter natürlich, aber man merkt trotzdem, dass in dieser Produktion Geld und Erfahrung stecken. Das sieht hier nie schäbig aus, McLaglen führt relativ souverän und routiniert durch seine Geschichte, auch wenn „Der Weg nach Westen“ nie zu seinen großen Filmen zählen wird.

Seine Schauspieler machen ehrlich gesagt auch nicht mehr als nötig. Das reicht zwar völlig aus, um Granden wie Kirk Douglas, Robert Mitchum und Richard Widmark mal wieder eindeutig zu mögen, aber auch ihrer Auftritte hier werde ich mich in ein, zwei Wochen bestimmt nicht weiter erinnern (das gilt insbesondere für Letztgenannten, der zusätzlich noch mit Gert Günther Hoffmann eine zwar immer wieder gern gehörte, aber für ihn doch relativ unpassende (oder ungewohnte?) Synchronstimme abbekommen hat). Ebenso tun Michael McGreevey, Sally Field und Harry Carey Jr. natürlich, was sie sollen, aber ich mag ihre Rollen einfach nicht und über Jack Elam, der nicht mehr tut, als ab und an dümmlich in die Kamera zu grinsen, verlieren wir besser kein weiteres Wort. Bleibt also am Ende tatsächlich nur Lola Albright über, die man hier durchweg genießen kann und die als Bindeglied für den Plot sowie für dieses Werk an sich daher unersetzlich ist.

Und diese Aussage allein legt eigentlich schon die ganze Tragik dieser Produktion offen. Denn „The Way West“ ist eigentlich kein schlechter Film. Zwar arbeiteten sowohl Regisseur McLaglen als auch seine drei weltbekannten Hauptdarsteller nur nach dem Prinzip „Ein gutes Pferd springt nicht höher, als es muss.“, aber das würde für einen netten Western-Abend normalerweise ja auch reichen. Aber das doch sehr harmlose Drehbuch lässt diese eigentlich interessante Reise nie spannend werden und hat zudem noch damit zu kämpfen, dass man sich nicht dafür entscheiden konnte, ob man es nun eher klassisch oder eher modern ausrichten sollte. Am Ende ist – ich sagte es vorhin schon einmal – dabei dann ein Mischmasch entstanden, der Lola Albrights tollem Spiel hier zu keiner Zeit gerecht wird. Ihre Leistung hätte zu einem besseren Film gehört. Den Rest kann man unter „Hat man dann auch mal gesehen.“ subsummieren, das Ganze abhaken und sich den nächsten vornehmen.

Zur BD:

Bzgl. der Bildqualität des Filmes an sich auf der Scheibe von Black Hill Pictures bin ich froh, dass diese dann doch um einiges besser ausfällt als jene ihres obligatorischen Logos zu Beginn. Heiland, Heiland, wie kann man sich heutzutage nur so was noch erlauben? Das kann man sich doch auch in der richtigen Pixel-Größe erstellen lassen, oder? Nun ja, ansonsten gibt’s an diesem Billig-Produkt nix zu meckern. Die Bild-Quali ist schwer in Ordnung und beim Ton ist mir mal wieder nichts aufgefallen. Zwar ist nicht mal der Trailer als Bonusmaterial enthalten, aber dafür kann man das Ding mittlerweile ja für fünf Euros erstehen und dann ist dagegen ja nichts mehr zu sagen, oder?

Zitate

„Dick Summers. Seit ich den Ohio überquert habe, höre ich Ihren Namen so oft wie den vom lieben Gott.“ – „So. Ich hoffe nur, dass er mir das nicht übelnimmt.“(Dick Summers denkt schon ein Leben weiter)

„Mr. Summers, Sie werden bezahlt, um uns zu führen. Nur, um uns zu führen! Auf Ihre übertriebene Wahrheitsliebe verzichte ich.“(William J. Tadlock lässt tief blicken)

„Manchmal muss man Dinge tun, die man nicht tun kann.“(William J. Tadlock kann auch philosophisch)

„Nehmen wir an, da ist ein Junge, der ein Mädchen heiraten will.“ – „Hmm, ein bedauernswerter Fall.“(Dick Summers zeigt Mitgefühl)

„Für eine Woche [Zeitersparnis] würde ich meine Seele verkaufen!“(William J. Tadlock lässt noch tiefer blicken)

„Sie können nie etwas mit der Peitsche erzwingen. Weder bei sich selbst, noch bei den anderen.“(Tadlocks Bediensteter Saunders (Roy Glenn) klärt seinen Herrn darüber auf, was dieser den Film über falsch gemacht hat)

★★★ +

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