Alvarez Kelly

Alvarez Kelly

★★★ +++

  • Jahr: 1966
  • Regie: Edward Dmytryk
  • Darsteller: William Holden, Richard Widmark, Patrick O’Neal, Richard Rust, Janice Rule, Victoria Shaw, Roger C. Carmel...

Story

Alvarez Kelly (William Holden), ein Cowboy und Geschäftsmann der Extra-Klasse, der für die Nordstaaten gerade 2.500 Stück Vieh in die Nähe von Richmond getrieben hat, wird von Südstaaten-Colonel Tom Rossiter (Richard Widmark) entführt, um den Blauen genau diese Rinder gleich wieder zu klauen und in das Innere der Stadt zu schaffen, wo sich die Rebellen verschanzen und fast verhungern. Zwar weigert er sich erst, ein abgeschossener Finger macht ihn aber letztendlich gefügig. Und so werden Viehtreiber ausgebildet und das Unternehmen gestartet. Kelly, dem niemand traut und der auch tatsächlich versucht zu fliehen, kriegt in dem hitzköpfigen Sergeant Hatcher (Richard Rust) eine Art Leibwächter an die Seite gestellt und so raubt man die Kühe. Mittlerweile haben aber auch die Yankees Wind von dem Plan bekommen. Daher wird Major Albert Stedman (Patrick O’Neal) losgeschickt, um die Flucht mit dem Diebesgut zu unterbinden. Allerdings hat der nicht mit der Schläue von Kelly gerechnet, der die Rinder als Angriffsmittel nutzt und so die Übermacht abwehrt. Fast geht er dabei allerdings doch noch drauf, weil Hatcher seinen Auftrag etwas zu genau nehmen und ihn erschießen will, aber Rossiter rettet ihn. Und so bekommt der eine sein Geld und der andere seine Kühe.

Worte zum Film

sehr gute Hauptdarsteller, tolle Bilder; stellenweise ziemlich unausgeglichene Story, aber coole Gangart; dem Ganzen fehlt etwas die Balance

Bewertung

Zum Film:

„Wie zwei Lebemänner!“ – William Holden und Richard Widmark brillieren mit Topleistungen in diesem außergewöhnlichen Western von Edward Dmytryk. Da ist es sehr schade, dass dieser dadurch zwar stets unterhaltsam ist, aufgrund von ein paar Schwächen allerdings auch nie mehr. So könnte man meine Meinung zu „Alvarez Kelly“ bereits zusammenfassen. Ich will dabei nicht von einer kleineren Enttäuschung sprechen, aber der sehr coole Trailer machte im Vorhinein doch Hoffnung auf noch mehr. Mal ganz davon abgesehen, dass dieser Film sowieso nicht ganz der war, den ich erwartet hatte…

Selbstverständlich fragte man sich bereits beim Schauen des angesprochenen Appetitmachers, wie so viele unterschiedliche Szenen, die auf den ersten Blick obendrein nicht in einen logischen Zusammenhang zu bringen sind, in einem einzigen (und dann auch noch) Bürgerkriegs-Spektakel untergebracht sein sollen, aber gerade das machte ja einen Großteil des Reizes desselben aus (neben den vielen schönen Bildern, die oftmals auch noch viele schöne Frauen zeigen, natürlich). Gerade das versprach einem ja ein nicht ganz alltägliches Wildwest-Vergnügen. Nun, Letzteres bekommt man hiermit dann ja auch durch die Bank geliefert (das macht bereits der ebenso eigenständige wie gewöhnungsbedürftige Vorspann klar, bei dem ich mich – zumindest bei meiner DVD-Version – gefragt habe, wo da nun eigentlich die Schrift ist…), aber seine Vorahnungen sollte man doch nicht ganz ignorieren. Denn das ist schon ein recht seltsames Konstrukt, dieser „Alvarez Kelly“. Zwar will ich an dieser Stelle vorsichtshalber lieber noch einmal betonen, dass er im Endeffekt zwar definitiv ein überdurchschnittlicher Vertreter bleibt (und das von vorne bis hinten), aber eins geht ihm – bzw. besser gesagt seinem Drehbuch – in und an den entscheidenden Punkten ab: die Balance. Was Franklin Coen (der ist jedenfalls der offizielle Autor) sich hier zusammengeschrieben hat, ist nur in seinen Einzelteilen stimmig, in Gänze betrachtet als Film aber eigentlich nicht tauglich (warum es trotzdem funktioniert, werden wir gleich noch sehen).

So will er eigentlich die Geschichte des so genannten „Beefsteak Raids“ erzählen, also den Klau von fast 2.500 Rindern der Nordstaaten durch die Südstaaten während der Belagerung von Petersburg im Amerikanischen Bürgerkrieg. Um daraus eine Pferdeoper (und keinen Kriegsfilm) machen zu können, schildert er diese aus der Sicht des mexikanischen Geschäftsmanns Alvarez Kelly (William Holden). Ich gehe davon aus, dass er diesen frei erfunden hat, denn dessen Namen fand ich in diesem Zusammenhang sonst nirgendwo im Internet. Und entweder, um sich noch mehr vom Warmovie zu entfernen, oder aber (und aus meiner Sicht wahrscheinlicher), um dem Zeitgeist zu entsprechen, zieht er das Ganze nicht gerade bierernst auf. Kelly ist ein Lebemann vor dem Herrn, hat vor nichts und niemand eine Angst, am liebsten eine Flasche Schnaps im einen sowie eine Frau im anderen Arm und vor allem immer einen ziemlich coolen Spruch auf den Lippen. Niemand, der beispielsweise – und unter anderem versteht sich – auf die Streifen des Dukes steht, sollte daran etwas Schlechtes finden können. Ebenso empfinde ich das also, aber dadurch werden gerade die ein, zwei Male konterkariert, in denen dieser Beitrag dann aus unerfindlichen Gründen doch mal versucht, ernst zu werden und tatsächliche Missstände anzusprechen, die so ein (oder dieser) Krieg auslöst oder mit sich bringt ((Spoiler) etwa wenn Kelly Rossiter darauf hinweist, dass er sich statt um seine Uniform mehr um seine Frau hätte sorgen sollen, oder wenn die Sklaven auf dem Besitz von Charity Warwick trotz allem ihre Herrin bzw. deren Verbündete nicht verraten (Spoilerende)). Das könnte so schön nachhallen, aber in diesem Kontext wirkt es überhaupt nicht. Ebenso wie es vor diesem Hintergrund völlig unnötig erscheint, dass die Gangart ab und an ordentlich angezogen wird, ja gar ein paar ordentliche Brutalitäten enthalten sind. (Spoiler) Wieso muss Kelly denn unbedingt ein Finger abgeschossen werden? Könnte der sich nicht umentscheiden, sobald Rossiter seine Kohle anzündet? Das würde seinem Charakter meiner Meinung nach entsprechen – und hätte mir obendrein noch ein Schmunzeln entlockt. (Spoilerende)

Was jedoch am wenigsten stimmig ist, ist das Verhältnis der beiden großen Teile, in die die Geschichte unterteilt ist. Part eins beschreibt dabei die Zeit vor dem Coup, um den es gehen soll und welcher selbst den zweiten Teil bildet. Eine relativ klassische Aufteilung, wie man sie aus Kriegsactionern gewohnt ist. Das Erstaunliche daran hierbei ist jedoch: Der erste Part ist länger als der zweite! Und das geht doch nun eigentlich wirklich nicht an, oder? Klar, mag sein, dass es auch irgendwann in der langen Geschichte des Kinos mal ein Beispiel dafür gab, wo dieses Experiment gutgegangen ist, aber „Alvarez Kelly“ ist es definitiv nicht. (Spoiler) Der präsentiert uns im „Vorgeplänkel“ des Beefsteak Raids erstmal einen übertrieben sturen Protagonisten, der von seinem Südstaaten-Gegenspieler Tom Rossiter (Richard Widmark) viel zu lange dazu überredet werden muss, die Rinder, die er soeben erst den Nordstaaten verkauft hat, wieder zu klauen (wie dieser das letztendlich tut, hatten wir ja gerade schon). Und sozusagen als Racheaktion dafür, verhilft er dessen Verlobter Liz Pickering (Janice Rule) daraufhin zur Flucht in den Norden – logischerweise immer noch vor dem Aufbruch. Und das dauert dann einfach zu lange. Da kann von ausbalanciert eben keine Rede sein. Wieso man sich hier wie ähnlich gelagerte Filme à la „The Dirty Dozen“ (auch wenn der erst ein Jahr später erschien) nicht auf die Ausbildung der Truppe beschränken konnte, erschließt sich mir so nicht. Aber es muss ja auch einen Grund haben, warum in der IMDb neben Coen auch noch Elliott Arnold und Daniel Taradash als Co-Autoren aufgeführt, diese in den Credits allerdings mit keinem Wort erwähnt werden. Vielleicht ist es wirklich so, wie ich mal irgendwo gelesen habe, nämlich dass das Drehbuch beim Dreh noch gar nicht richtig fertig, sondern nur in Bruchstücken vorhanden gewesen sein soll. Folglich musste natürlich viel improvisiert werden. Holden war darüber angeblich so wütend, dass er das Script in den Allerwertesten seines Pferdes geschoben haben soll – ist aber nur eine Anekdote, die ich seitdem nicht noch einmal gehört habe. Sollte sie allerdings stimmen, merkt man das dem Film deutlich an. Und wenn sie nicht stimmt, haben die eben aufgeführten Jungs ganz einfach ihren Job nicht gerade gut gemacht. Vielleicht wollten sie aber auch einfach nur ein wenig Zeit schinden, schließlich hat man im eigentlichen Hauptteil ja gar nicht mehr so viel zu erzählen. (Spoilerende)

Auf der anderen Seite muss man ob dieses unorthodoxen Verlaufs allerdings auch eindeutig festhalten, dass sich aus ihm etliche interessante Szenen ergeben, die wir so entweder noch nie oder zumindest nur äußerst selten in einer Pferdeoper zu Gesicht gekriegt haben. So z. B. die herrliche (und herrlich bebilderte, wenn ihr wisst, was ich meine) Episode im Bordell von Richmond. Da fragt dieser Kelly die Hure doch, was man tun würde, wenn es brennen würde – und da ist sein grandioser Abgang noch gar nicht mal berücksichtigt. Großartig! Oder habt ihr schon mal so ein schräg singendes, Rinder jagendes Regiment gesehen? Und last but not least wird hier doch tatsächlich mal in einem amerikanischen Spielfilm schottischer Whisky gepriesen – wo gibt’s denn so was?

Dass der darauffolgende Hauptteil sich demgegenüber dann aber trotzdem viel zu kurz ausnimmt, erwähnte ich bereits, oder? Mal ganz davon abgesehen, dass es Coen und Co. auch in diesem nicht gelingen will, ihre Dysbalancen abzustellen. Hier ist es jedoch eher das Verhältnis zwischen militärischem Geschick und Glück der Beteiligten, das nicht stimmt. (Spoiler) So können sich Rossiter und Co. sehr glücklich schätzen, dass Kelly sie darauf hinweist, dass die von ihnen angedachte Brücke zur „Bergung“ der Tiere, für eine rasende Herde viel zu instabil wäre und sie sie daher ausbessern können. In Wahrheit war die Instandsetzung der benutzten Brücke dann doch eher militärischer Weitsicht zuzuschreiben. Diese wurde nämlich bereits seit einiger Zeit aufgrund ihrer Baufälligkeit nicht mehr benutzt, weswegen der befehlshabende Generalmajor Wade Hampton davon ausging, dass die „Yankees“ es nicht erwarten würden, dass er diese für seine Flucht benutze. Aber auch ansonsten spielt Vater Zufall hier eine viel zu große Rolle. Zum Beispiel bei Kellys Fluchtversuch (eine vertrackte Situation für Rossiter natürlich). Erst läuft er seinem Bewacher Sergeant Hatcher (Richard Rust) ganz mühelos weg, um dann vor Rossiter zu stehen, der aus dem Nichts auftaucht und bei dem auch niemand weiß, wie er dahin gekommen ist. Oder die Sache mit dem Apfel, den Nordstaaten-Major Albert Stedman (Patrick O’Neal) auf dem Boden entdeckt und daraus schlussfolgert, dass sich Kelly und Co. im nahen Keller aufhalten. Erst sieht es so aus, als ob das Unternehmen dadurch gescheitert wäre, und dann tauchen wieder aus dem Nichts die restlichen Südstaatler auf (weiß der Geier, wo die auf einmal herkamen) und alles ist wieder paletti. Na und die abschließende Pointe mit der Rinderherde, die quasi als Schutzschild auf die Barrikade der an der Brücke bereits lauernden Nordstaatler zugetrieben wird, ist genauso überraschend wie ein Auto, das in einem modernen Actionfilm eine Straßensperre durchbricht. Dass Rossiter für diesen Einfall wieder Kellys Hilfe braucht, ist echt schwach (daher will ich auf die Tatsache, wie unrealistisch und unnötig es ist, dass und vor allem wieso er sich dafür dann bei diesem am Ende nochmal revanchieren muss, auch nicht mehr weiter eingehen)… (Spoilerende)

Und trotzdem verzeihe ich „Alvarez Kelly“ all diese, nennen wir sie, Auffälligkeiten gerne und gebe ihm dennoch drei Sterne und drei Plus, die er nach meinen bisherigen Ausführungen nicht verdient (und auch nicht bekommen) hätte. Denn Coen und Konsorten haben ja eben nicht alles falsch, sondern einiges wie angesprochen eben auch vollkommen richtig gemacht. Eine Sache ist ihnen dabei besonders gut gelungen: Alvarez Kelly selbst bzw. eher sein Lebensstil. Der sieht den Bürgerkrieg wirklich nur als Geld-Quelle und versucht sich sein Leben ansonsten so angenehm wie möglich zu machen. Nicht so’n nachdenklicher Vorzeige-Held, sondern einer, der in die (Produktions-)Zeit passte. Dazu gehören eben eine Menge Frauen, eine Menge Whiskey (bzw. wie erwähnt tatsächlich sogar Whisky) und eine Menge cooler Sprüche. Und genau das zeigt „Alvarez Kelly“ auch. Holdens Umgang mit Frauen und Autoritäten ist wirklich bemerkenswert und so lässig (mal ganz davon abgesehen, dass er fast alles nur mit einer Hand macht), dass allein dieser das Anschauen meiner Meinung nach rechtfertigt. Darüber hinaus ist es aber nicht nur er alleine, der hier einen zitierwürdigen Oneliner nach dem anderen ablässt, sondern auch die restlichen Charaktere sind alles andere als auf den Mund gefallen. Gerade zu Beginn hat man so das Gefühl, dass man quasi den kompletten Dialog abschreiben und als Zitat nach unten setzen könnte. Na ja und untermalt von Johnny Greens fetziger Musik und vor allem in Szene gesetzt von dem wie so oft absolut zuverlässigen Edward Dmytryk, macht das alles gleich noch einmal so viel Spaß (da sind echt tolle Bilder bei entstanden – wenngleich wir die Szenen vor den Rückprojektionen im Sumpf gegen Ende davon mal ausnehmen wollen).

Und dann stellt euch eben noch diese Besetzung dazu vor! William Holden gegen Richard Widmark – das klingt ja auf dem Papier schon klasse und genau so spielen sie in diesem Streifen eben auch. Fabelhaft, wie sie sich ergänzen und gegeneinander auf der Leinwand antreten (denn in echt sind sie bei diesem Dreh Freunde geworden, wenn ich das richtig weiß). Da zeigt sich mal wieder, dass beide eindeutig zu den allerbesten Leuten gehörten, die seinerzeit zur Verfügung standen (und gute Leute gab es damals noch reichlich, wie wir wissen). Schade zwar, dass Widmarks Rolle trotzdem noch so klein ausfällt (und er obendrein noch durch den sehr engagierten, aber für ihn leider völlig unpassenden Wolf Ackva sowie seinen selten dämlichen Rollennahmen ausgebremst wird (Rossiter klingt doch wie aus so nem G.-F.-Unger-Groschenroman)), aber dafür dürfen wir William Holden nach seiner ebenfalls glanzvollen Leistung in „The Horse Soldiers“ erneut in einem – witzigerweise während desselben Konflikts (nämlich angesprochener Belagerung von Petersburg) spielenden – Bürgerkriegs-Western bewundern. Und so viele Pferdeopern hat er hiernach ja auch nicht mehr gemacht… Die restlichen Darsteller kann man beim Spiel dieser beiden Superstars schnell vergessen, aber auch sie machen ihre Sache ganz ordentlich bis gut. Richard Rust sollte unter ihnen hervorgehoben werden, ebenso der großartige Roger C. Carmel und natürlich Janice Rule, die in ihren Streifen selten so gut aussah wie hier. Patrick O’Neal, der später in einem der allerbesten „Columbo“s  überhaupt mitwirken sollte, geht in Ordnung, ist für meinen Geschmack aber ein wenig zu austauschbar. Mit Sicherheit ebenso austauschbar, aber auf jeden Fall einen Blick wert sind auch die sonstigen Schönheiten hier: Stephanie Hill natürlich, aber ganz explizit auch die Bordell-Mädels, unter denen sich laut IMDb auch die umwerfenden Arlene Charles und Jan Watson befunden haben sollen.

Nicht nur ihretwegen sollte man sich „Alvarez Kelly“ unter dem Strich daher auch wirklich mal angucken. Zwar bleibt seine Spannungskurve aufgrund der fehlenden Balance seines Drehbuchs ziemlich flach, aber langweilig wird es trotzdem tatsächlich nie. Dafür beeindrucken Holdens und Widmarks Spiel und Kellys lockere Lebenseinstellung tief und nachhaltig. Dazu kommen noch die vielen, vielen coolen Sprüche, ein wahrer Blumenstrauß an Szenen, die ihr nie zusammen in einem Film vermutet hättet und Edward Dmytryks gekonnte Inszenierung derselben. Das alles macht des Regisseurs vorvorletzten Western trotz genannter Script-Schwächen immer noch zu einem eindeutig überdurchschnittlichen Vertreter seiner Zunft, aber selbstredend wird man aber das Gefühl nicht los, so ein ungewöhnlicher Beitrag hätte ohne selbige noch viel besser aussehen können. Hätte er auch – so kann man ihn zwar bedenkenlos immer wieder konsumieren, aber es wundert einen im Gegenzug auch nicht, warum nie jemand über ihn spricht…

Zur DVD:

Also, ich weiß nicht. Ich hab den Streifen als Teil der uralten „Legend Diary By William Holden“-Collection von Sony. Und ich find die Dinger ja weiterhin ziemlich cool, vor allem von der Idee und der Aufmachung her (es ärgert mich nur, dass ich als Sammler, der ich von diesen fast alle besitze, dadurch etliche Filme doppelt habe), aber beim Bild gibt es eindeutig Abzüge. Das sieht zwar soweit ziemlich gut aus, aber zumindest auf meinem Fernseher sehen die Dinger durch die Bank alle aus, als würden sich kleine Streifen durch das Bild ziehen bzw. eben so, als wäre dieses aus mehreren kleinen Fragmenten aufgebaut. Mindert das Filmvergnügen bei mir ungemein. Immerhin gibt es diesbezüglich allerdings noch wesentlich schlimmere Scheiben als die zu „Alvarez Kelly“ und ist mir beim Ton so nichts großartig störend aufgefallen. An Bonusmaterial packte man damals ein paar, gerade heutzutage, lächerliche Auszüge aus den Filmografien von Edward Dmytryk, William Holden, Richard Widmark und Janice Rule sowie den Trailer mit rauf. Zusätzlich sind auch noch die Vorschauen zu „The Bridge On The River Kwai“ und „Silverado“ enthalten – eine seltsame Mischung. Ich jedoch bin froh, die Kiste damals und vor allem so günstig mit insgesamt drei Western in ihr erstanden zu haben. Und da es bis heute noch keine deutsche BD davon gibt… Allerdings schätze ich, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis sich dies ändert. Von daher lohnt hier bestimmt abwarten – ansonsten fährt man mit dieser DVD auch nicht ganz schlecht.

Zitate

[Kelly soll sein Vieh weiter treiben als ursprünglich mit den Blauröcken vereinbart und dafür nicht den Preis bekommen, den er sich vorstellt] „Ich bin ein vernünftiger Mann. Wäre ich das nicht, würde ich mal auf die Seite des Gegners gehen und zusehen, wie man sich dort mir gegenüber benimmt.“ – „Sie würden also mit den Konföderierten Geschäfte machen?“ – „Nein, deren Geld ist nichts wert.“(Alvarez Kelly weist sich gegenüber Major Stedman als reinrassiger Geschäftsmann aus)

„Sie kaufen das Rind für drei Dollar ein…“ – „Zwei!“ – „…und verkaufen es für zwanzig…“ – „Nicht schlecht!“ – „Aber empörend… Jetzt verschwinden Sie sicher in einen stillen Winkel und berechnen Ihren Reingewinn…“ – „Und gebe ihn dann aus, mache mir ein bisschen Vergnügen… Ist alles Geld beim Teufel, verdiene ich wieder neues.“ – „Klingt alles sehr einfach.“ – „Ist es auch, wenn man Geld nicht unbedingt braucht.“ – „Whiskey, Geld und Frauen sind ihre drei Gottheiten. Eine Frage, Mr. Kelly: Haben diese drei Götzen Sie glücklich gemacht?“ – „Nein – aber ich bin dadurch nicht so runtergekommen wie Sie.“(Alvarez Kelly erläutert Major Stedman die Vorzüge seiner Geschäftspolitik)

„Oh, Mrs. Warwick! [] Wie ich sehe, haben Sie ihre Meinung geändert…“ – „Das Vorrecht der Frau.“ – „Dieses Vorrecht der Frau, ist die Freude des Mannes.“(Major Albert Stedman vergisst ob seiner Bewunderung für Charity Warwick (Victoria Shaw), wohin Meinungsänderungen von Frauen in aller Regel führen)

„Machen sie meinetwegen Witze über Gott, über den Krieg oder über mich, aber machen Sie keine Witze über meinen Vater!“(Alvarez Kelly zeigt Major Stedman die Grenzen seines Humors auf)

„Ziehen Sie jede Frau mit Ihren Blicken aus, Mr. Kelly?“ – „Es kommt darauf an, wie hübsch sie ist.“ – „Dann ist es kein besonderes Kompliment…“ – „Gibt es für eine Frau ein größeres Kompliment, als dass man sie schön findet?“(Alvarez Kelly lässt gegenüber Charity Warwick in jeder Hinsicht tief blicken)

[Charity Warwick ist der Meinung, Kelly müsse Sympathien für die Sache des Südens haben] „Ich habe keinerlei Sympathien, nur Instinkte und die warnen mich vor den Verlierern.“(Alvarez Kelly hätte auf den Ausgang des Krieges wetten sollen)

„Sie haben eine zu schlechte Meinung von sich, Mr. Kelly.“(Charity Warwick schätzt Kelly meines Erachtens mit Absicht falsch ein)

[Kelly wird von Rossiter und dessen Leuten entführt und soll nach Richmond gebracht werden – in einer kleinen Nussschale] „N Kriegsschiff der Konföderierten?“(Alvarez Kelly hat noch nie eines gesehen)

[Kelly erfährt seinen Auftrag, die soeben an die Nordstaaten gelieferten Kühe direkt wieder zu stehlen] „Wie krieg‘ ich 2.500 Kühe durch die Linien Grants? Haben die Konföderierten so viele Luftballons?“(Alvarez Kelly hat sofort einen Plan für das waghalsige Unterfangen)

[Kelly erfährt weitere Einzelheiten über den Auftrag] „Ich beabsichtige im Bett zu sterben – möglichst in den Armen einer schönen Frau.“(Alvarez Kelly hat nicht nur vom Leben eine großartige Vorstellung)

[Rossiter besucht Kelly im Gefängnis] „Mögen Sie das Essen hier?“ – „Ich liebe Küchenschaben in der Suppe.“ – „Spezialität des Hauses.“(Tom Rossiter kennt die Speisekarte seines Heimatgefängnisses auswendig)

[Kelly interessiert sich für Liz Pickering (Janice Rule) und fragt daher seine aktuelle Tanzpartnerin Mary Ann (Stephanie Hill) über sie aus] „Sie haben heute Abend ausgesprochenes Glück.“ – „Verheiratet?“ – „Verlobt.“ – „Das ist nicht dasselbe, stimmt’s?“(Alvarez Kelly kennt den Unterschied genau)

„Es ist sicher gefährlich, was du vorhast.“ – „Nicht so gefährlich wie du.“(Tom Rossiter macht seiner Verlobten Liz Pickering Komplimente)

„Weißt du, was ich an den Yankees am meisten hasse? Dass sie uns so oft trennen.“(Tom Rossiter findet als echter Rebell immer einen Grund, über die Nordstaaten zu schimpfen)

[Kelly macht sich mit dem von Kapitän Angus Ferguson (Roger C. Carmel) geliehenen Scotch an Liz Pickering ran, bringt dem Seebären den Flachmann danach aber artig wieder zurück] „Sie werden sicher verstehen…“ – „Sie spielen mit dem Feuer, Verehrtester.“ – „Aber nicht im eigenen Haus…“(Alvarez Kelly braucht keine Hausratsversicherung)

[Kelly drückt einer Hure ein Buch in die Hand] „Tu was für deinen Verstand! An deinem Körper gibt es nichts mehr zu verbessern.“(Alvarez Kelly hat für jeden Berufsstand Optimierungsvorschläge)

„Mitleid ist wie ein leeres Zimmer – beides hasse ich.“(Liz Pickering stellt direkt beim ersten Date klar)

„Vor allem dürft ihr nicht vergessen, dass Rinder wie Frauen sind. Manchmal muss man sie hart rannehmen, manchmal muss man nachsichtig sein und manchmal muss man ihnen ein paar hinten drauf geben.“(Alvarez Kelly weiß mit jeder Spezies umzugehen)

„Ich brauche noch ein Bad, einen Happen zu essen und eine Flasche Whiskey, bevor’s losgeht.“(Alvarez Kelly ist so gut wie startklar)

[Kelly spricht noch ein letztes Mal mit Liz, nachdem er ihre Schiffspassage bezahlt hat] „Es ist ein Wagnis – und du musst es nicht unternehmen.“ – „Oh doch, ich muss… Was mich dort erwartet, wohin ich fahre, das weiß ich nicht. Aber was mich erwartet, wenn ich hierbleibe, das weiß ich verdammt gut…“ – „Eine so schöne und so leidenschaftliche Frau wie du hat nicht das Recht, so aufrichtig zu sein.“(Alvarez Kelly erzählt in seiner Arroganz auch manchmal Stuss – die Frauen stört das jedoch nicht im Geringsten)

„Wenn Sie sich Ihrer Braut genauso gewidmet hätten wie diesem Krieg, wäre sie sicher noch bei Ihnen…“(Alvarez Kelly hat als Frauenversteher natürlich einen Tipp, was Rossiter beim nächsten Mal besser machen sollte)

[über die Befestigung einer Brücke] „Können wir es bis Mitternacht schaffen?“ – „Nein Sir, wir können es nicht, aber wir werden es.“(einer von Rossiters Soldaten ist vom vielen Arbeiten offensichtlich so erschöpft, dass er nur noch Unsinn erzählt)

★★★ +++

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