Die sich in Fetzen schießen

Dio Non Paga Il Sabato

★★★ +++

  • Jahr: 1967
  • Regie: Tanio Boccia
  • Darsteller: Larry Ward, Furio Meniconi, María Silva, Daniela Igliozzi, Vivi Gioi, Rod Dana, Massimo Righi...

Story

Bandit Braddock (Furio Meniconi) sucht nach erfolgreichem Postkutschenüberfall mit Gangsterbraut Shelley (María Silva) und seinem Kollegen Laglan (Massimo Righi) sowie den verletzten Randall (Rod Dana) zurücklassend Unterschlupf in einer Geisterstadt, in der man sich eine Weile verstecken will. Die drei haben allerdings den immer noch regen Verkehr im Örtchen nicht mit einkalkuliert. Erst macht ihnen die verwirrte Molly Verner (Vivi Gioi), die als Einzige in dem verlassenen Städtchen geblieben ist, Ärger und dann tauchen auch noch die Durchreisenden Benny Hudson (Larry Ward) und Judy (Daniela Igliozzi) auf. Alle drei werden zwar zunächst einkassiert, aber nachdem sich Hudson mit Hilfe seines Pferdes wieder befreien kann, überschlagen sich die Ereignisse. Erst will dieser die Banditen mit Mollys Unterstützung nur außer Gefecht setzen, aber als überraschend Randall wieder auftaucht, fangen die bösen Buben mit einem Male an, sich gegenseitig über den Haufen zu schießen, sodass ihm am Ende nichts anderes übrig bleibt, als die letzten von ihnen auch noch unter die Erde zu bringen. Da Molly dabei auch ihr Leben lassen muss, zieht er am Ende mit Judy weiter seines Weges. Das geraubte Geld rühren sie nicht an.

Worte zum Film

tolle, unorthodoxe, aber zeitlose Geschichte, sehr gute Atmosphäre, gute Musik; ziemlich schwache männliche Darsteller, dafür starke Frauen-Rollen und Darstellerinnen; ist seiner Zeit voraus – auch das Original zu „Mátalo“ birgt jede Menge Kult-Potenzial

Bewertung

Zum Film:

Und wieder einmal muss ich zugeben, einen Klassiker des Genres nicht zu kennen… Und nein, ich rede in diesem Fall nicht vom hier vorliegenden „Die sich in Fetzen schießen“, sondern von dessen Quasi-Remake „Mátalo“ aka „Willkommen in der Hölle“, der ja doch um einiges bekannter ist. Zumindest ich hatte von Tanio Boccias zweitem Genrebeitrag bisher noch nichts gehört. Ich habe nur diesen Monat endlich auch mein Exemplar der „Italowestern Enzyklopädie No. 2“ von Koch bekommen und bei diesem wirklich saucoolen deutschen Titel nicht lange überlegen müssen, mit welchem Streifen ich diese beginne. Erst im Bonusmaterial erfuhr ich dann, dass Drehbuchautor Mino Roli sein Script hierzu offensichtlich doppelt verkauft hat und auf dessen Grundlage dann eben auch Cesare Canevaris ebenfalls zweiter Western entstand. Und ehrlich gesagt bin ich auch froh darüber, denn so bin ich wenigstens völlig wertfrei hieran gegangen und konnte vor allem keine Vergleiche zum Kultfilm (ich denke, das darf man durchaus so sagen) „Mátalo“ ziehen. Denn das passiert einem heutzutage, wo es einfach schon ein großes Stück Kinogeschichte gab, bevor man selbst überhaupt das Licht der Welt erblickt hat (und das einen daher schon mit einem riesigen „Rückstand“ starten lässt), ja einfach viel zu oft, dass man das Remake vor dem Original sieht – aus welchen Gründen auch immer (mir fehlen zum Beispiel immer noch „Todesschlaf“ und „Infernal Affairs“, nur um einfach mal zu ergänzen, dass das nicht nur ein Problem ist, dass die älteren Filme betrifft). Ich finde das dann immer schade, da man ja die Veränderungen des zweiten gegenüber dem ersten Versuch bewerten will und muss. Umgekehrt geht das ja auch gar nicht, denn dann sind die „Veränderungen“ ja keine Veränderungen mehr, sondern die Ursprünge und das dann seinem Gehirn beizubringen ist nicht immer ganz leicht. Ganz davon abgesehen, dass der Mensch – bewusst oder unbewusst – ja doch immer dazu neigt, dem Erstwahrgenommenen den Vorzug zu geben. Und von daher finde ich es gut, dass es bei mir bei „Dio Non Paga Il Sabato“ nun nicht so gelaufen ist und ich diesen ganz unvoreingenommen genießen konnte.

Und genießen trifft es voll und ganz, denn Boccias Nummer zwei ist ein absolutes Kleinod, das völlig zu Unrecht so unbekannt ist – und bei dem man sich fragt, wozu es überhaupt ein Remake brauchen sollte (wobei – zumindest mir – an dieser Stelle ja nun nicht ganz klar ist, ob Canevari sich überhaupt bewusst war, eine Zweitverfilmung zu drehen). Schließlich ist „Die sich in Fetzen schießen“ seiner Zeit eindeutig voraus. Direkt mit dem Comic-Vorspann zu Beginn hat man sich weniger einfach nur etwas leicht Andersartiges einfallen lassen, das einen vom Rest der bereits in Gang gesetzten Italowestern-Flut dieser Tage abheben sollte, sondern vielmehr wirklich etwas gewagt (sofern man bei den Credits, die allein wohl nie über den Erfolg eines Films entscheiden werden, überhaupt davon sprechen kann) und damit dem Trend der folgenden Jahre vorweggegriffen. Und auch einen richtigen Abspann hatte 1967 einfach noch nicht jeder. Doch damit noch nicht genug, denn vor allem Mino Rolis Drehbuch macht diesen Streifen so angenehm unkonventionell. Allerhöchstens deswegen, nämlich aufgrund der Originalität seiner Geschichte, könnte ich mir nach der ersten Sichtung eine Neuauflage überhaupt vorstellen. Schließlich hat der Italiener dieser Tage sich noch nie die Ausschlachtung einer guten Story nehmen lassen. Und unabhängig vom Script als solches war die Grundidee von Roli seinerzeit noch wirklich etwas Neues und Innovatives. Klar, heutzutage haben Regisseure wie Tarantino und Co. den Plot „Was nach dem Coup so alles schiefgehen kann“ bereits so oft variiert, dass man meint, diesen in- und auswendig zu kennen, aber 1967 war Roli seiner Zeit damit – wie gesagt – eindeutig voraus. Und obwohl sich dieses Wissen um entsprechende heutige Streifen ja durchaus auch negativ auswirken könnte, darf man hier beruhigt feststellen, dass diese Handlung einfach immer wieder zieht.

Selbst im schwächeren Expositionsteil, den man heutzutage wohl schlicht weggelassen hätte, um Repetitionen und Redundanzen zu vermeiden, hier aber noch brauchte, weil man sonst überhaupt nicht auf 90 Minuten Laufzeit gekommen wäre, kommt keine Langeweile auf. Zwar darf man sich durchaus fragen, ob der folgende Film wirklich solche schwachen Prügeleinlagen (sowohl vom Story-Hintergrund als auch der Choreografie her) braucht, wie die ganz zu Anfang, wenn Anführer Braddock seinen Kumpanen Randall dafür verhaut, dass der aus reiner Beschäftigungslosigkeit durch die gottverlassene Gegend ballert, aber die Antwort ist ganz klar: Nein, die braucht er nicht und es kommt auch nicht wieder vor. Und ansonsten entschädigen die tollen Kulissen in diesem Part für die noch nicht ganz in Fahrt kommende Geschichte. Denn obwohl wir uns ob der doch sehr begrünten Weiden zu Beginn eher in einer deutschen Pferdeoper dieser Zeit wähnen, muss man trotzdem zugeben, dass man sich dem Reiz der Drehorte, im Gegensatz zu den meisten anderen Italos, denen die Wüste fehlt, nur sehr schwer entziehen kann. Zumindest ich mochte diese unverbrauchten Locations sehr. So hat man hier doch tatsächlich mal – und wenn auch nur von Weitem – außerhalb von „Il Grande Silenzio“ die Alpen als Hintergrundpanorama genutzt. Und wo steht bitte dieses coole „halbe Fort“, in dem sich die Banditen kurzzeitig verstecken?

Nun gut, klar, wenn die drei Möchtegern-Räuber erstmal am Friedhof der Geisterstadt angekommen sind, der mal wieder in irgendeine Sandkuhle um Rom versetzt wurde, trübt das kurzzeitig den Gesamteindruck, aber dafür präsentiert sich die folgende Ghost Town als eine der schönsten des gesamten Genres. Hier hat man aus der Not wirklich eine Tugend gemacht. Zwar war das Budget offensichtlich nicht das größte, aber was Nicola Tamburo und Saverio D’Eugenio (die beiden werden in der IMDb unter „Set Decoration“ und „Production Design“ geführt, daher gehe ich davon aus, dass wir ihnen danken dürfen) daraus gemacht haben, ist wahrlich exzellent. Mit viel Liebe zum Detail (und vielen Spinnenweben) erschufen sie eine regelrecht gruselige Atmosphäre, die bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren hat. Passend dazu drehte Tanio Boccia, der bis hierhin zwar nicht furios, aber doch immerhin kurzweilig inszenierte (und der mir daher während des ersten Streifens, den ich von ihm sah, nicht ein einziges Mal wie ein Ed Wood Italiens vorkam), ab diesem Zeitpunkt einen Italowestern mit Gothic-Horror-Anleihen, zu dem ihm Mino Roli exzellentes Futter lieferte.

Denn ab da geht es eigentlich erst richtig los und entfaltet sich die ganze Eigenartigkeit (Einzigartigkeit darf man ob des Remakes ja wohl kaum sagen) des Drehbuchs. Und dieses besitzt ehrlich gesagt selbst in der Verfilmung von 1967 schon absolutes Kult-Potenzial. (Spoiler) Guckt euch allein die Ausgangsposition an: drei durchgeknallte Räuber, ein absolut merkwürdiges Pärchen, das der Zufall zusammengebracht hat, eine spleenige Alte und ein Pferd, das in der Lage ist, seinem Besitzer nicht nur auf Pfiff zuzulaufen, sondern diesen sogar unter Einsatz seiner Hufe aus jeder noch so brenzligen Situation befreien kann. Ha! Also wenn das nicht das Zeug zum Kultfilm hat, was dann? Darüber hinaus haben wir hier sogar noch ne Schaukel, die ebenfalls ziemlich modern, wenn ich das jetzt mal so sagen darf, in die Handlung miteinbezogen wird und wir haben Frauen. Ja, so banal das auch klingen mag, aber die sind in sonstigen Western-Produktionen ja nun nicht gerade überrepräsentiert und wenn doch vorhanden, dann ja meist nicht so wie etwa in „Una Pistola Per Ringo“, der ja gleich zwei weibliche Rollen beinhaltet, die beide nicht ganz unwichtig sind. Hier jedoch spielt eine Frau, namentlich Shelley, sogar eine Hauptrolle – und dann auch noch eine böse. Nicht schlecht. Und während man sich über diese Abwechslung – und natürlich vor allem auch über die Tatsache, dass man sich für diesen Part mit María Silva obendrein noch eine ziemlich ansehnliche Darstellerin geangelt hat, die Boccia zudem noch gut in Szene zu setzen weiß – schon sehr freut, reibt man sich im weiteren Verlauf die Augen, wenn plötzlich auch noch Daniela Igliozzi und Vivi Gioi in Gestalt von sehr merkwürdigen bis bizarren Charakteren die Bühne betreten. Da fällt mir dann einfach keine Pferdeoper ein, die ein vergleichbar originelles Damen-Trio zu bieten hätte. Sehr zur Freude des Konsumenten. Völlig unnötig zu erwähnen, dass diese sich kurzzeitig fast ins Unermessliche steigert, wenn Roli die Möglichkeiten dieser Konstellation bis zum Äußersten ausreizt und der Silva und der Igliozzi auch noch einen richtigen Catfight ins Drehbuch schreibt – da schnalzte ab. ;)

Und mit diesem ganz eigenen Gespann und der sich durch die völlig unorthodoxe Ausgangslage sowie Weiterentwicklung des Geschehens ergebenden ganz eigenen Spannung führen Boccia und Roli ihr Publikum dann sehr unterhaltsam und geradlinig zum großen Finale hin. Dieses ist am Ende dann die einzige Sache, die ich an „Dio Non Paga Il Sabato“ verbesserungswürdig finde. Zwar ist die Tatsache, dass vorher niemand stirbt (und sich folglich natürlich auch niemand „in Fetzen schießt“), ganz cool, aber dann geht alles ein wenig holterdiepolter. So wird gerade auch Rod Danas Charakter Randall, auf den man immerhin schon den ganzen Film gewartet hat, ein wenig schwach wieder eingeführt und auch ansonsten wird’s jetzt natürlich extrem unglaubwürdig. Wie sich hier alle entweder gegenseitig umbringen oder aus ihren Verstecken locken lassen, um sich vom lächerlichen Benny Hudson abschießen zu lassen, der nach der ganzen Prügel, die er einstecken musste, überhaupt nicht wirkt wie halbtot und der einfach eine Flitzpiepe ist, ist schon ziemlich schade. Da hätte ich mir für die hier wirklich liebgewonnenen Arschlöcher aber ein nachvollziehbareres Ende gewünscht. Mal ganz abgesehen davon, dass Roli hier natürlich sein einziger wirklich schwerwiegender Fehler unterläuft, indem er Hauptheld Hudson die geraubte Kohle am Schluss nicht mitnehmen lässt. Wenigstens so viel Antiheld hätte die Pfeife doch sein können, oder? (Spoilerende)

Und a pro pos Pfeifen: davon haben wir leider auch unter den Darstellern hier so einige. Da können wir im Prinzip gleich beim Benny bleiben. Dessen Schauspieler Larry Ward kannte ich vorher überhaupt nicht und das obwohl der tatsächlich so hieß und ein waschechter Amerikaner war. Aber er war eben offensichtlich auch ein waschechter Seriendarsteller, der glücklicherweise nicht viel mehr Features gedreht hat als dieses hier (sein Auftritt in Martin Ritts „Hombre“ aus demselben Jahr dürfte sich ja in überschaubaren Grenzen halten). Er wirkt jedenfalls ein wenig wie ein Burt-Lancaster-Verschnitt, hat dabei aber noch viel weniger auf dem Kasten als das „Original“. Als Held, der einen Film tragen soll, völlig unbrauchbar. Nur gut für ihn und uns, dass dieser Benny Hudson das hier ja irgendwie gar nicht so wirklich alleine machen muss, da Banditen-Chef Braddock mindestens genauso viel zu sagen und gefühlt sogar mehr Screentime hat. Dieser wird von Furio Meniconi wesentlich besser, ja sogar richtig gut, verkörpert. Dieser Mann, den man bisher gar nicht so richtig wahrgenommen hat, weil er ansonsten in der Regel nur mit Nebenrollen bedacht wurde (außer eben von Boccia), kann sich mit den absoluten Größen dieses Genres natürlich nicht messen, hatte aber dennoch richtig was drauf und es ist nach dem Ansehen dieses Kleinods absolut schade, dass er das so selten unter Beweis stellen durfte. Neben ihm überzeugt auch Rod Dana auf ganzer Linie – nicht! Der zweite waschechte Amerikaner im Cast (für so eine kleine Produktion eine ganze Menge, finde ich), sieht nicht nur verschroben aus, er hatte auch nur ganz minimal mehr Talent als Ward, sodass man froh ist, dass er fast den gesamten Film über untertauchen darf. Und last but not least spielt auch Massimo Righi mal wieder seinen Standard-Bösewicht, was bedeutet, dass er overactet, wo er nur kann… Nein, die weibliche Seite ist wesentlich besser besetzt. Zwar kann auch Daniela Igliozzi hier leider nicht einen Funken von Talent nachweisen, María Silva und der frühere Star Vivi Gioi dafür allerdings sehr wohl. Auch wenn Erstere grottenschlecht „stirbt“: Sie sieht gut aus und ihre Rolle wirkt nicht aufgesetzt, was man als weibliche Banditin erstmal hinkriegen muss. Und bei Signora Gioi hat man zwar mit der seltsamen Krähe, die sie spielt, durchaus manchmal so seine Schwierigkeiten, aber sie macht ihre Sache wirklich ordentlich. Auch ihr nimmt man das ab. Und so kommt es hier zu dem im Westerngenre wirklich ziemlich einmaligen Kuriosum, dass die weiblichen Darsteller am Ende mehr hängenbleiben als die männlichen. Da wüsste ich jetzt auch nicht, wann es das sonst jemals mal gegeben hätte. Bei „Night Passage“ staunt man zwar auch über die vergleichsweise starken weiblichen Charaktere, aber dort sind es trotzdem ganz eindeutigst die Kerle, die im Gedächtnis bleiben. Hier jedoch… Es ist erstaunlich.

So wie „Die sich in Fetzen schießen“ eben in Gänze ein erstaunlicher Western ist. Zwar leider eindeutig ein Streifen, der trotz seiner mitunter wirklich schwachen Darsteller überzeugen kann, aber auch die muss es ja geben, oder? Und dafür sind Tanio Boccias Regie, die Sets von Nicola Tamburo und Saverio D’Eugenio, Angelo Francesco Lavagninos Musik (vor allem natürlich sein Song „The Price Of Gold“) und vor allem Mino Rolis Script eben einfach – und gerade auch im Zusammenspiel – zu gut, als dass man darüber lange nachdenken müsste. Ok, Larry Ward geht einem schon auf den Sack, aber selbst der kann mit seinem Vertreter-Gesicht die tolle Atmosphäre, die hier aufgebaut wird, nicht zerstören. Alles ist so herrlich unverbraucht, unwirklich und ansprechend. Der Film ist sexy, aber nicht anbiedernd, stylisch, aber nicht auf Teufel komm raus durchkomponiert, gewalttätig, aber nicht mit derlei Szenen überladen, ungewöhnlich, aber nicht abstoßend… Eben einfach anders als die meisten. Zwar reicht das am Ende natürlich nicht ganz aus, um in der absoluten Top-Liga mitzuspielen, aber für dieses Budget ist das Ergebnis wirklich überwältigend. Und ich sage es noch einmal: Dass diese Geschichte erst in Cesare Canevaris psychedelischer Version zum Kultfilm wurde, überrascht mich absolut!

Zur DVD:

Wie gesagt führte bei einem Titel wie „Die sich in Fetzen schießen“ für mich absolut kein Weg an dieser DVD vorbei, als ich meine Ausgabe der „Italowestern Enzyklopädie No. 2“ von Koch endlich in den Händen hielt. Dieser musste der erste sein. Und ich muss sagen, dass dieser qualitativ einen deutlich besseren Eindruck macht als mein erster der „Vorgänger-Veröffentlichung“, der „Enzyklopädie No. 1“, nämlich „Amigos“. Hier ist das Bild wirklich sehr gut und der Ton ist mir auch nicht negativ aufgefallen. So wie man das von Koch eben gewohnt ist. Auch am Bonusmaterial hat man hier absolut nicht gespart:

  1. Featurette „Der Preis des Goldes“: Ein knapp 24minütiges Interview mit Daniela Igliozzi, in dem sie neben den üblichen grundsätzlichen Ausführungen zu ihrer Karriere doch auch einiges vom Dreh zu „Dio Non Paga Il Sabato“ erzählt. Ihr allerdings habe ich nur äußerst ungern zugehört, da sie nur darauf aus scheint, darzulegen, wie toll doch alle Produktionen seinerzeit gewesen seien und wie schwer es überhaupt gewesen wäre, diese zu drehen. Dieses musste man können, jenes war nicht einfach… Und dann maßt sie sich auch noch an, in der Geschichte des Italowestern grundsätzlich Bescheid zu wissen und macht vorsätzlich so haarsträubend falsche Angaben über Leones Werk und Wirken, ja meint sogar, dieser Western sei besser als dessen Filme, dass es mir als Fan einfach nicht möglich war, da wirklich beizubleiben. Habe das am Ende nur über mich ergehen lassen…
  2. Featurette „Vor Matalo“: Na das ist mal wirklich etwas Neues. Diesem italienischen Filmhistoriker, Fabio Melelli sein Name, kann man ja wirklich mal zuhören! Der wirkt auch nicht so altklug wie Bruschini und Tentori… Und er hat tatsächlich einige nette Geschichten vom „Ed Wood Italiens“ und Vivi Gioi, die ihn neben Drehbuchautor Roli offensichtlich besonders faszinierte, auf Lager.
  3. Deutscher, englischer und italienischer Trailer
  4. Bildergalerie: Ich glaub, die war noch zum Durchklicken…

Tja und ich hab echt ne Weile lang überlegt, ob ich mir diese Box überhaupt zulegen soll. Auch deswegen, weil neben „Bleigericht“ und „Vier Teufelskerle“ auch noch „Der Mann aus Virginia“ enthalten ist, den ich bereits von NEW besaß. Und dann war da ja noch dieses Erlebnis mit „…E Per Tetto Un Cielo Di Stelle“. Aber das könnt ihr alles vergessen, Leute! Nach dem ersten Film zu urteilen, ist diese Box nicht nur inhaltlich, sondern vor allem auch qualitativ (sowohl was das Bild als auch das Bonusmaterial angeht) wesentlich besser als Box 1 – aber das sage ich, wo ich bislang aus beiden erst einen Streifen gesehen habe. Aber egal, wie ihr es dreht und wendet: In absehbarer Zeit wird Koch diese Streifen (bis auf „California“ vielleicht) wohl nicht nochmal auf BD veröffentlichen und von daher heißt es zuschlagen, wer noch die Möglichkeit dazu hat, denn so langsam ist das Ding ja wirklich ausverkauft…

Zitat

„Ich teile immer alles mit ihr. Sie ist mein bester Freund.“(Benny Hudson redet von seiner Stute…)

★★★ +++

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