Severino

Severino

★★★ +++

  • Jahr: 1978
  • Regie: Claus Dobberke
  • Darsteller: Gojko Mitić, Mircea Anghelescu, Leon Niemczyk, Constantin Fugasin, Violeta Andrei, Helmut Schreiber, Iurie Darie...

Story

Manzanero-Indianer Severino (Gojko Mitić) kehrt nach zehn Jahren leben, arbeiten und lernen bei, mit und von den Weißen in sein Heimatdorf nach Argentinien zurück, um seinen Bruder Blas (Constantin Fugasin) abzuholen und mit ihm irgendwo ein Stück Land zu kaufen, um Farmer zu werden. So hatte es sich ihr Vater einst für seine Söhne gewünscht. Da dieser aber zwischenzeitlich verstorben ist, will Blas nicht mehr mitkommen. Er glaubt, sein Vater sei auf der Suche nach dem legendären Kondorpass gestorben, und möchte lieber seinen Stamm im Kampf gegen die weißen Siedler unterstützen, die der Meinung sind, die Manzaneros würden ihnen ihr Vieh und damit ihre Lebensgrundlage stehlen. In diese Fehde mit hineingezogen macht sich Severino seinerseits auf den Weg in die Anden, findet anstatt des Kondorpasses allerdings nur die Überreste der gestohlenen Rindviecher. Die Schuldigen sind schnell ausgemacht: Der Chef der Schafzüchter-Vereinigung (Iurie Darie) hatte seine Leute darauf angesetzt. Obwohl diese daraufhin getötet werden, will Manzanero-Häuptling Nicolas (Mircea Anghelescu) trotzdem Krieg gegen die Weißen führen. Severino weiß das aber zu verhindern und mit Hilfe eines befreundeten Sergeanten (Leon Niemczyk) sowohl die Siedler zu besänftigen als auch alle Indianer zur Rückkehr in ihr Heimatdorf zu bewegen, welches er zuvor von seinem eigenen Ersparten rechtmäßig gekauft hat. Nur Nicolas weigert sich noch und muss in letzter Konsequenz von Maruja (Violeta Andrei), seiner Enkelin sowie Severinos Frau, erschossen werden. Und obwohl nun alles friedlich sein könnte, merken sowohl die weißen Siedler als auch die Indianer endlich, dass die größte Gefahr in Form der Schafzucht-Gesellschaft immer noch besteht…

Worte zum Film

gute Darsteller, tolle Landschaften, sehr gute Musik; interessanter Südamerika-Abstecher mit spannendem Mystery-Element; zu Unrecht so unbekannt

Bewertung

Anmerkung: Man soll es ja nicht für möglich halten, aber laut einschlägigen Internetquellen soll der hier besprochene „Severino“ bisher ja tatsächlich nur gekürzt im Heimkino erschienen sein. Selbst die Blu-ray von Icestorm Entertainment ist offensichtlich noch um fast zehn Minuten geschnitten. Und das obwohl es sich um einen deutschen Film handelt und dann noch um einen der DEFA, wo ich ja immer gedacht hätte, da wäre entweder seinerzeit vom System was geschnippelt worden oder gar nicht… Und mich würden dann auch mal die Hintergründe des Ganzen interessieren. Schließlich würde man ja meinen, dass Icestorm spätestens heutzutage, wo sie sich mittlerweile auch endlich um das richtige Bildformat und eine anständige Restaurierung ihrer Titel bemüht haben, daran interessiert sein müsste, keine verstümmelten Werke mehr zu veröffentlichen. Macht man doch heute eigentlich nicht mehr. Vielleicht ist ein Teil dieses Streifens ja aber auch verschollen? Man weiß es nicht, denn in keiner der einschlägigen Quellen wird dazu mehr gesagt. Und ich frage mich vor diesem Hintergrund, ob wir die Uncut-Fassung jemals zu Gesicht kriegen werden… Aber sei’s wie es sei. Ihr wisst dann jedenfalls, worauf sich mein Review bezieht.

Ein weiterer Aspekt dieses in fast jeder Hinsicht bemerkenswerten Films, der zu einer weiteren Vorüberlegung Anlass geben könnte, ist sein Spielort: Südamerika. Und zwar nicht irgendwo in Südamerika, sondern tief unten in Argentinien zu einer leider nicht näher beschriebenen Zeit. Wenn es sich also nicht gerade um Butch Cassidy und The Sundance Kid handelt, die in solchen Streifen auf dem zweiten amerikanischen Kontinent ihr Unwesen treiben, kann man diese dann überhaupt als Western bezeichnen? Nun ja, per se vielleicht nicht, aber im Fall von „Severino“ spricht doch etliches dafür. Zum einen natürlich die Machart der DEFA-„Indianerfilme“, die ja nun mal alle unter ähnlichen Umständen entstanden sind und sich daher optisch sehr ähneln. Das ist selbst dann der Fall, wenn man es, so wie hier, mal wieder geschafft hat, die „Zielregion“ Andenvorland mit Rumänien nahezu perfekt zu imitieren. Denn von der Ausstattung, den Schauspielern und sonstigen Crew-Mitgliedern her war eben alles auf Western gepolt. Man wollte ja weiterhin seine Zielgruppe ansprechen (sowie Regisseur Dobberke schon immer mal eine Pferdeoper drehen). Und so hat man die Kostüme etc. nur ein wenig modifiziert und zumindest ich fühlte mich auch sofort entsprechend heimisch. Die Anlage als Geschichte der Ureinwohner, die endlich (oder weiterhin) im richtigen Licht dargestellt werden sollten, ist ebenso die gleiche und ihre Ausweitung auf Südamerika aus meiner Sicht zusätzlich sogar zu begrüßen. Ist doch eine ganz spannende, nur leicht andersartige Erfahrung. Und außerdem nur gerecht. Übel mitgespielt wurde den Indianern schließlich überall. Dazu hat man mit Gojko Mitić und Co. selbstverständlich auch wieder die gleichen, bewährten Schauspieler an Bord, die man mittlerweile einfach mit dem „Wilden Westen“ assoziiert. Daher und auch generell: Warum sollte ausgerechnet ein einziger der zwölf „Indianerfilme“ der DEFA, unter denen ansonsten alles reine Western sind, aus dem Hauptteil dieses Lexikons ausgegliedert werden und sein Dasein unter ferner liefen fristen? Das hat keiner dieser außergewöhnlichen Streifen verdient, sondern ganz im Gegenteil. Auch „Severino“ habe ich die volle Aufmerksamkeit entgegengebracht. Denn…

Zum Film:

Von den vielen großartigen Western, die die DEFA gedreht hat, erfährt einer eine Nichtachtung, die mich doch stark verwundert. Aufgrund ihrer limitierten Anzahl hat ja eigentlich jeder dieser Streifen im Laufe der Zeit seine Fangemeinschaft gefunden, möchte man meinen. Nicht so offensichtlich „Severino“. Zwar ist es nicht so, dass er in irgendwelchen Auflistungen zum Thema vergessen würde, aber liest man je mehr über ihn, als dass er eben die elfte Pferdeoper der DEFA war? Ich bisher noch nicht. Und nicht nur, dass mich das verwundert, ich kann es obendrein auch absolut nicht nachvollziehen. Denn „Severino“ ist natürlich nicht der größte Wurf unter den Ost-Western (einen Streifen wie „Tecumseh“ noch einmal erreichen zu wollen, wäre ja aber auch ein ziemlich hohes Ziel gewesen), aber definitiv eine ziemlich coole Nummer und für mich mindestens – je nachdem, wie „Der Scout“ jetzt noch abschneidet – der beste Streifen der „schwächeren Hälfte“ der zwölf DEFA-Indianerfilme (man beachte die Anführungszeichen, denn wirklich schwach ist selbst von diesen sechs Werken nur „Tödlicher Irrtum“). Und das sollte vor dem Hintergrund, dass zu diesem halben Dutzend auch gehypte Beiträge wie „Apachen“ oder „Die Söhne der großen Bärin“ gehören, doch eigentlich ausreichen, um ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Sollte man meinen. Da dem aber wie gesagt nicht so ist, will ich für „Severino“ mal eine Lanze brechen.

Vorweg sei zumindest zugegeben, dass man „Severino“ teilweise anzumerken scheint, dass Pferdeopern auch in der damaligen DDR immer weniger gefragt waren. Erstes Indiz dafür ist ja allein die Tatsache, dass es sich bei ihm um den ersten Vertreter der „Reihe“ handelt, der nicht mehr im Jahresrhythmus, sondern erst ganze drei Jahre nach „Blutsbrüder“ entstand. Dies wird wohl nicht mit noch akribischerer Vorbereitung als sonst zu begründen sein. Tatsächlich ist es eher so, dass man „Severino“ sein geringes Budget noch mehr anzumerken scheint als den Vorgängerproduktionen, wo dieses ja auch schon konkurrenzunfähig niedrig war (wenngleich man für die Western zu bestimmten Zeiten im nationalen Vergleich sicherlich eine Menge Kohle lockergemacht hat; waren ja schließlich fast ausnahmslos Publikumsmagneten). Zwar sehen Kostüme und Ausstattung weiterhin großartig aus, aber man scheint auf den einen oder anderen „Effekt“ (welcher Art auch immer) verzichtet zu haben. Die größeren Schauwerte haben andere DEFA-Western zu bieten.

Trotzdem darf man (gerade vor diesem Hintergrund) mal wieder den Hut ziehen, dass man erneut solch edle Landschaftsaufnahmen geboten bekommt. Dieses Mal sogar von schneebedeckten Gipfeln, die Severino Gojko Mitić mit schmerzverzerrtem Gesicht erklettern muss. Ein absoluter Wow-Effekt! Auch der zu einem späteren Zeitpunkt aufgeschichtete Knochenhaufen ist beeindruckend (man hätte den Zoom am Ende der Montage vielleicht weglassen sollen, aber egal), ebenso wie die Tatsache, dass ein echter Kondor eingesetzt wurde (auch hier hätte man die ständig reingeschnittenen Bilder der kreisenden Tiere (was für Vögel das auch immer gewesen sein mögen) vielleicht ein wenig reduzieren können, aber ebenso geschenkt.). Und am Ende können zumindest mich selbst kleinste Details wie die Geschichte mit dem Grammophon verzücken, wenn sie so liebevoll wie hier eingebaut werden.

Außerdem hat man, sollte das mit dem kleineren Budget wie vermutet zutreffen, aus der Not mal wieder eine Tugend gemacht und sich passend dazu eine Geschichte ausgesucht, die keine prunkvolle Ausstattung braucht, sondern deren Protagonisten im Gegenteil unter ärmlichen Verhältnissen leben. Tatsächlich entführt uns dieser elfte DDR-Vertreter (wie in der Anmerkung bereits dargelegt) nämlich in gänzlich neue Welten und auf einen anderen Kontinent. Im südlichen Südamerika, in Argentinien, spielt das Geschehen. Leider bekommen wir keine Jahreszahl zur Einordnung an die Hand gegeben und aufgrund meiner Unkenntnis der Geschichte des Kontinents kann ich mir diesbezüglich auch nichts aus den Fingern saugen, aber weit vorangekommen sind die Bewohner dieses Andentales in ihrer Entwicklung noch nicht. Einfache Leute in einfachen Verhältnissen in einfachen Behausungen. Diese Zustände sehen auch mit wenig Geld gut aus, zumal Drehort Rumänien ein tolles Argentinien-Double abgibt. Und bevor man sich nun lang und breit darüber streitet, ob es sich hierbei dann überhaupt um einen vollwertigen Western handelt oder nicht (s. obige Anmerkung), sollte man sich von dieser exotischen Ausgangslage lieber sofort anstecken und mitnehmen lassen. Dass in Südamerika spielende Vertreter ebenso viel Spaß machen können wie „herkömmliche“ wissen wir ja spätestens seit „Butch Cassidy And The Sundance Kid“ und ob der – verglichen mit ihren anderen Genrebeiträgen – optisch natürlich trotzdem ziemlich ähnlichen Darstellung der Siedler und Indianer hier braucht man auch keine Eingewöhnungszeit, sondern fühlt sich gleich heimisch.

Das muss auch so sein, denn das Drehbuch macht keine Gefangenen und legt gleich los wie die Feuerwehr (wenigstens in der geschnittenen Variante). Langeweile kommt so schon mal gleich gar nicht auf. Zwar hat man inhaltlich leider nichts Neues zu erzählen (die Siedler gegen die Indianer, die Indianer gegen die Siedler und die Schafzüchter mittendrin), aber dafür wird die Story von Drehbuchautorin Inge Borde-Klein, die hierfür einen Roman ihres Mannes Eduard Klein adaptierte, um ein in diesem Genre höchst ungewöhnliches und daher umso willkommeneres Mystery-Element angereichert. Dieses hätte man meiner Meinung nach sogar durchaus noch ausbauen sollen, aber es macht so oder so Spaß. Passend dazu gibt es – ebenso ungewöhnlich für DEFA-Vertreter – ein paar wirkliche Psycho-Charaktere zu bestaunen (und bezogen auf Mircea Anghelescu ist das definitiv wörtlich zu nehmen). Schade ist nur, dass es Borde-Klein leider nicht gelingt, einen passenden Fokus auf einen bestimmten Aspekt der Geschichte zu setzen (wenn man mich fragt, hätte das selbstverständlich vorrangig die Suche nach dem Kondorpass sein sollen). (Spoiler) So verbraucht sich die Spannung, was es mit dem sagenumwobenen Pass auf sich haben mag, viel zu schnell wieder und fragt man sich nach der Auflösung, was denn nun noch folgen soll. Die anschließenden Reibereien zwischen Siedlern und Indianern sind zwar folgerichtig und werden selbstredend weiterhin flott dargelegt, aber diesen Storybruch vermag sie nicht mehr ausreichend zu kitten. Der Rest ist dann sehr gerafft. Das hätte man anders aufbauen sollen. Man merkt einfach, dass das hier mal ein Buch war und es einiges mehr an Erzählzeit gab. (Spoilerende) Aber ehrlich gesagt: Bei dieser knappen Lauflänge (gerade in der geschnittenen Version) kommt man erstens nicht dazu, darüber noch großartig nachzugrübeln, und ist das Ganze zweitens dann ja auch schon wieder vorbei. Das kann man sich alles ganz locker mal so anschauen.

Zumal Regisseur Claus Dobberke seinen Teil zum Gelingen dieses Südamerika-Ausfluges beiträgt. Das ist alles ganz solide inszeniert und macht Spaß beim Zuschauen. Hans Heinrich unterstützt ihn zusätzlich – wie Werner W. Wallroth zuvor auch – mit den richtigen Bildern (wie gesagt, diese Landschaften…). Der absolute Knaller ist aber Günther Fischer. Denn der liefert mit seinem Score hier ebenso ab wie bei „Tecumseh“, seiner ersten Arbeit im Rahmen der Indianerfilme. Tatsächlich ist seine Musik zu „Severino“ sogar noch einprägsamer. Denn die harten E-Gitarren-Töne, die er hier anschlägt (oder anschlagen lässt), klingen ja für sich, ganz ohne bewegte Bilder dazu, schon großartig. Unten eben diesen Bildern wirken sie noch einmal so stark und würde man dieses Thema aus eben diesem Grunde hier nicht so inflationär einsetzen, wäre ich wohl vollends ausgeflippt vor Freude. So aber bleibt ein bärenstarker Score, der ebenso wie der Streifen selbst einfach etwas Besonderes ist. Wieso hört man so was nicht öfter? Und wieso hat man so einen klasse Mann nicht öfter die Western-Musiken schreiben lassen?

Darstellertechnisch stellt sich auch bei „Severino“ das gewohnte Bild ein: Gojko Mitić macht seine Sache großartig und hier sogar durchaus nuanciert und der Rest ist, trotz des weitestgehenden Ausbleibens großer Namen, ziemlich ordentlich unterwegs. Es gibt ein Wiedersehen mit Iurie Darie und Helmut Schreiber, aber diese haben so winzige Rollen, dass wir nicht weiter drüber reden müssen. Stattdessen macht es Constantin Fugasin als Mitićs Filmbruder Blas ordentlich, vor allem aber machen es Mircea Anghelescu als wahrlich furchteinflößender Nicolas sowie Leon Niemczyk überragend. Letzterer hat als friedensstiftender Sergeant aber auch einfach die coolste Figur abbekommen mit seiner blauen Uniformjacke und seinem hässlichen, viel zu breit geratenen Hutband. Die restlichen Akteure, inklusive Love Interest Violeta Andrei, gehen ebenso in Ordnung, müssen hier aber nicht alle extra erwähnt werden. Es bleibt jedenfalls eine Wahrheit, dass die Schauspieler in aller Regel nicht das Problem der DEFA-Western sind.

Den Wahrheitsgehalt der Indianerdarstellungen hierin zu ermitteln, ist indes ziemlich schwierig, da man über einen Stamm der Manzaneros im Internet nichts weiter finden kann (es sei denn ich kann nicht mehr googeln). Unter den logischen Suchtermini stoße ich jedenfalls immer wieder nur auf „Severino“. Und Fachliteratur über südamerikanische Ureinwohner habe ich hier nun auch nicht gerade rumstehen. Aber seien wir mal ganz ehrlich: Dieser Aspekt ist bei dieser DDR-Pferdeoper wohl auch mal zu vernachlässigen, zumal die DEFA hier grundlegende Probleme aufgreift, die es in dieser oder ähnlicher Form überall gegeben haben wird, wo sich weiße Invasoren das Land der dort lebenden Ureinwohner unter den Nagel gerissen haben.

Und sowieso ist dies vielleicht der einzige Vorwurf, den ich „Severino“ machen möchte: dass er es sich durch seine Einfachheit und Verknappung selbst schwer macht, nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Mag sein, dass das ein Gefühl ist, das verschwinden würde, sofern man einmal die ungeschnittene Version zu sehen bekommen sollte. Aber spekulieren gilt nun mal nicht. Trotzdem bringt er mit seinem frischen Südamerika-Ansatz, den hervorragenden Landschaftsaufnahmen, den tollen Darstellern, der großartigen Musik von Günther Fischer und dem sehr spannenden (wenn auch gering gehaltenen) Mystery-Element eigentlich noch genug mit, um Anerkennung zu finden. Keine Ahnung, warum sich das nicht in ein wenig mehr Aufmerksamkeit im Internet widerspiegelt. Nun ja, ich kann euch dieses elfte DEFA-Westernabenteuer wie gesagt nur wärmstens ans Herz legen und habe meinen Teil zu einer kleinen Verschiebung dieser Verhältnisse damit hoffentlich beigetragen.

Zur DVD:

Ich habe mir seinerzeit die komplette „Gojko Mitić – Sammleredition“ von Icestorm Entertainment gekauft (insgesamt drei Boxen à vier Streifen). Dieser Film ist in der „Vol. 2“ zu finden, zusammen mit „Spur des Falken“, „Blutsbrüder“ und „Osceola“ (eine sehr eigenwillige Zusammenstellung, ich weiß). Tatsächlich liegt auch diesem ein zweiseitiges Booklet mit Hintergrundinformationen bei. Als Extras gibt es hier ansonsten die obligatorischen Bildergalerien, Bio- und Filmografien des Hauptdarstellers sowie  den Ausschnitt „Kino Box 12/1982: Indianer-Clubs in der DDR“ (ein fast dreieinhalbminütiger Auszug aus einer alten TV-Sendung, der nicht die Bohne interessiert). Die Qualität fand ich damals sicherlich gut, hab aber heute nicht mehr reingeguckt.

Zur BD:

Um das Ganze wieder in einem Rutsch abzufrühstücken, habe ich mir erneut die BD-Box von Icestorm Entertainment zugelegt. Diese firmiert unter dem erneut sehr sperrigen Titel „Gojko Mitić – Alle DEFA-Indianerfilme Gesamtedition“. In ihr sind dann selbstredend alle zwölf klassischen Indianer-Western der DEFA enthalten. Jeder in seinem eigenen Amaray, wie sich das gehört. Und das sieht auch alles ganz schick aus und hat, ähnlich wie die „Karl May Klassikeredition“ der Universum, dann den einzigen Nachteil, dass man schon ein wenig aufpassen muss, dass einem bei der Entnahme nicht gleich die ganze Box entgegengerutscht kommt, gerade wenn man einen Streifen aus der „Mitte“ sehen will. Die Bild- und Tonqualität dieses Beitrages ist jedenfalls herrlich. Nur schade, dass er weiterhin nur in der gekürzten Form vorliegt… Als Bonus ist wie fast immer ein Interview enthalten; dieses Mal geführt mit Regisseur Claus Dobberke und fast eine Viertelstunde lang. Dieses ist ein absoluter Hammer und nach dem großen Interview auf den ersten beiden Scheiben dieser Box bisher sicherlich das Highlight im Bonusmaterial. Dobberke erzählt ausführlich und hochinteressant von den Produktionsbedingungen und zwar so, als wäre es erst gestern gewesen. Fast so als würde er ne kleine Doku. über seinen eigenen Film einsprechen. Großartig, so was müsste es immer geben! Insgesamt also eine sehr runde Sache, diese Scheibe (auch im übertragenen Sinne, meine ich jetzt) und diese Box sowieso. Klare Kaufempfehlung!

Zitate

„In vielen Jahren haben meine Ohren tausend Versprechen gehört und meine Augen sahen, wie diese tausend Versprechen zehntausend Mal vom weißen Mann gebrochen wurden.“(Nicolas zitiert aus seiner Lebensstatistik)

★★★ +++

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Durch die Nutzung der Kommentarfunktion erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten gemäß meiner Datenschutzerklärung einverstanden.