The Abandons
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- Jahr: 2025
- Regie: Otto Bathurst, Guy Ferland, Gwyneth Horder-Payton, Stephen Surjik
- Darsteller: Lena Headey, Gillian Anderson, Nick Robinson, Aisling Franciosi, Diana Silvers, Lucas Till, Michiel Huisman, Lamar Johnson, Natalia del Riego, Katelyn Wells, Ryan Hurst...
Story
Im Jahr 1854 geraten in und um die kleine Silberminenstadt Angel’s Ridge die beiden Matriarchinnen Fiona Nolan (Lena Headey) und Constance Van Ness (Gillian Anderson) immer weiter aneinander. Längst kämpfen beide nicht mehr nur mit fairen Mitteln. Als Fiona dann Willem Van Ness (Toby Hemingway) tötet, weil der ihre Ziehtochter Dahlia Teller (Diana Silvers) vergewaltigt hat, nehmen die Dinge unaufhaltsam ihren Lauf…
Worte zum Film
grottenschlechte, im Grunde nicht vorhandene Story, langweilige bis widerliche Charaktere, idiotische Entwicklungen und null Spannung; schwache Darsteller*innen, mitunter grässliche CGI und eine nur mittelprächtige Optik; die Einstellung der Show kam mal so gar nicht überraschend
Bewertung
Anmerkung: Bereits während des Schauens der „ersten Staffel“ von „The Abandons“ war ich mir sehr sicher, dass Netflix diese nicht fortsetzen würde. Als ich dann noch die schwachen bis schlechten Kritiken zu ihr gelesen habe, war die Sache für mich endgültig klar. (Wie dieser Schwachsinn aktuell (Februar 2026) auf eine Durchschnittsbewertung von 6,4 in der IMDb kommt, ist mir ein absolutes Rätsel.) Daher behandele ich „The Abandons“ wie eine Mini-Serie und bringe sie hier, im Hauptteil dieses Lexikons, unter.
„The Abandons“ macht von der ersten Sekunde an einen zwiespältigen Eindruck. Zwar ist an so einigen Ecken und Enden zu sehen (und im Vorspann ob der Mitwirkenden auch zu lesen), dass Netflix mal wieder ordentlich Geld in die Hand genommen hat, um erneut vom aktuellen Neo-Western-Hype zu profitieren (was zuletzt bei „American Primeval“ auch wirklich gut geklappt hat), aber davon scheint erneut zu viel in den Taschen irgendwelcher großen Stars (und damit meine ich nicht nur vor der Kamera) und zu wenig in der eigentlichen Produktion angekommen zu sein. Anders lassen sich diese unfassbar schlechten CGI-Kühe und wie sie da ganz zu Beginn einen Hang „runterstürzen“ nicht erklären. Es soll tatsächlich nicht wenige Menschen geben, die an dieser Stelle bereits aufgegeben haben… Und ganz ehrlich: Diese kann man tatsächlich nur beglückwünschen! Hätte ich ganz sicher auch überlegt, wenn’s kein Western wäre…
So aber habe ich mir dieses Elend noch ganze sieben (mal mehr, mal weniger lange) Folgen mit angesehen. Und es bleibt dabei: Während sowohl die Stadt Angel’s Ridge als auch der Familiensitz der Van Ness optisch einen guten Eindruck machen, ist die komische Scheune von Fiona Nolan (Lena Headey) und Co. geradezu lächerlich und machen so einige Außenschauplätze einfach nichts her. Dazu kommt ein sehr glattpolierter, künstlicher Look, der nicht zu den schlammigen Gehwegen passen möchte. Immerhin aber dazu, dass das Ganze von den drei Kameramännern der Show maximal durchschnittlich eingefangen wurde.
Fairerweise muss man jedoch zugeben, dass die Optik, so schwach und austauschbar sie hier auch sein mag, gar nicht den Ausschlag gibt. Denn wer bei Netflix der Meinung war, dass diese schwachen Drehbücher und diese selten dümmliche Geschichte es wert gewesen sind, erzählt zu werden, der sollte zur Verantwortung gezogen werden. Leider lässt sich für mich nicht feststellen, wie viel Schuld an der ganzen Misere nun Kurt Sutter trägt (der ja zwischenzeitlich aus der Produktion ausgestiegen ist), aber die Kernstory muss ja von ihm gekommen sein und die ist schon so dämlich, dass die ganz krassen Auswüchse mitunter kaum noch nennenswert ins Gewicht fallen. Am Ende geht es darum, wie der Mord an einem Oberarschloch sowie vor allem die selten schlechten Versuche, diesen zu vertuschen eine bereits seit langem schwelende Clan-Fehde so richtig zum Hochkochen bringen. Gähn!
Alles schon mal gesehen, meint ihr? Vollkommen richtig, aber selten war das so strunzendämlich wie hier. Ein bisschen so, als hätten Sutter und sein Schreibteam eine Blaupause schaffen wollen, wie man es nicht macht. (Spoiler) Wer begräbt denn bitte ne mordsmäßig belastende Leiche, wenn der Nachbar Schweine hat, die auch was fressen wollen? Oder schmiert Soldatenleichen mit Fett ein, um diese dann anknabbern zu lassen und als Ersatzleiche zu präsentieren? (Spoilerende) Wobei das aktuell in Mode zu sein scheint. Denn auch die vollkommen zu Unrecht im Vorfeld so groß promotete ARD-„Western“-Serie „Schwarzes Gold“ bedient sich dieses „Kniffs“. Auch dort stellen sich alle blöder an als ihr eigener Schatten und geht dann am Ende alles in Flammen auf. Hab ich jeweils kommen sehen, kann ich da nur sagen…
Dazu kommen vollkommen überzeichnete, komplett unsympathische Charaktere, von denen man nicht einen ernst nehmen und noch viel weniger mit ihnen mitfiebern kann. Am ehesten ist man da noch bei dem ebenfalls viel zu coolen Xavier Roache (Michiel Huisman). Der Rest stellt sich durch erwiesene Blödheit früher oder später selbst ins Abseits.
Dazu passend sind auch die Leistungen der Darsteller*innen bestenfalls durchwachsen. Lena Headey und Gillian Anderson etwa überbieten sich gegenseitig geradezu im Overacting. Diana Silvers, Natalia del Riego und Katelyn Wells machen ihre Sache ganz ordentlich, während Aisling Franciosi geradezu verheizt wird. Sie, die sie an der Seite von Anderson (und Jamie Dornan natürlich!) in „The Fall“, dem heftigen „The Nightingale“ oder Franka Potentes „Home“ schon großartige Leistungen abgeliefert hat, läuft hier quasi auf Autopilot. Co-Star Nick Robinson ist eindeutig zu glatt und lieb, Lucas Till zu aufgesetzt und Ryan Hurst zu unglaubwürdig. Immerhin Lamar Johnson und Michiel Huisman sind ziemlich cool.
Und so hätte ich an dieser Stelle ganz laut gemutmaßt, dass „The Abandons“ ob so viel nicht vorhandener Qualität bzw. an der einen oder anderen Stelle vielleicht auch nicht ausgeschöpftem Potentials wohl keine zweite Staffel bekommen wird. Diesbezüglich macht Netflix ja aber schnell Nägel mit Köpfen, sodass ich nun konstatieren darf: Eine Absetzung mit Ansage war das; das kam mal so gar nicht überraschend! Ne grottenschlechte Story, unfassbar dämliche Entwicklungen, unsympathische Charaktere, schwache bis unterirdische Leistungen vor und hinter der Kamera… Ich persönlich bin heilfroh darüber, dass ich mir nicht noch eine Staffel von diesem Schwachsinn angucken muss! Nächstes Mal bitte doch vorher überlegen, bevor man so viele Millionen einfach durch den Schornstein pustet…
Zitate
Fehlanzeige
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