Blindman
★★★★★
- Jahr: 1971
- Regie: Ferdinando Baldi
- Darsteller: Tony Anthony, Lloyd Battista, Ringo Starr, Magda Konopka, Raf Baldassarre...
Story
Kurzfassung (offenes Ende)
Der mexikanische Bandit Domingo (Lloyd Battista) hält 50 Frauen gefangen, die der blinde Westerner Blindman (Tony Anthony) laut eines Vertrages eigentlich nach Texas bringen soll. Also setzt dieser alles daran, die Mädels zu befreien…
Kurzfassung (komplett)
Der blinde Westerner Blindman (Tony Anthony) jagt 50 Frauen hinterher, die er laut eines Vertrages zu irgendwelchen Minenarbeitern nach Texas bringen soll. Er hat die Fure nämlich nie erhalten und muss so erstmal herausfinden, dass der mexikanische Bandit Domingo (Lloyd Battista) die Weiber gefangen hält. Also sucht er ihn auf und versucht ihm diese irgendwie wieder abzuluchsen.
Nur leider kann Blindman ja nichts sehen, Domingo wohnt ganz nebenbei in einer Festung und kann neben der Unterstützung seines Bruders Candy (Ringo Starr) und der seiner Schwester Sweet Mama (Magda Konopka) auch auf die von seinen vielen Männern zählen. Aber am Ende schafft Blindman es mit der Hilfe eines alten Schmiedes (Franz von Treuberg), dessen Tochter Pilar (Agneta Eckemyr) und eines mexikanischen Generals (Raf Baldassarre) „seine“ Frauen wiederzuerlangen. Nur leider nimmt ihm der General diese dann gleich wieder ab und er muss aufs Neue hinterher…
Worte zum Film
großartige Darsteller, geniale Musik, großartige Regie; tolle Story um einen blinden Westerner und 50 Frauen; sehr bizarr, außergewöhnlich und extravagant
Bewertung
„Have fun with your gun.“ – Yeah!
Es gibt Filme, bei denen man schon vorher weiß, dass man sie hassen wird. Das letzte Beispiel dafür, dass ich bewerten musste, war James Huths „Lucky Luke“ von 2009 und ich vermeide es jetzt, mich hier erneut über ihn aufzuregen. Es gibt aber natürlich auch noch viel schlechtere Streifen à la Fidanis Trash-Klassiker „Django und Sartana kommen“, „Sartana – Im Schatten des Todes“ oder – das Highlight seiner Karriere schlechthin – „Ich will deinen Kopf“ (und wehe irgendwer erzählt mir jetzt, dass der eigentlich „Adios Companeros“ heißen würde – heißt er nicht!). Leider gibt es dann auch noch Western, von denen man nie im Leben gedacht hätte, dass sie ein Schlag ins Wasser sein könnten („Die gefürchteten Vier“, „Mercenario – Der Gefürchtete“ und „Heaven’s Gate – Das Tor zum Himmel“ etwa) und selbstverständlich gibt es diejenigen, die einfach von Grund aus schlecht sind, ohne dass man vorher großartig sinniert hat, ob sie schwarz oder weiß sind („Adios Gringo“, „Der Einsame aus dem Westen“ oder „Weihwasser Joe“ zum Beispiel). Was soll man also machen, wenn man davon die Schnauze voll hat? Selbstredend ist es logisch, dass man von allen Filmen, die je gedreht wurden, nur einen Bruchteil gut finden kann, weil man die Themen der allermeisten sowieso nicht interessant findet (echte Cineasten werden mir da jetzt sicherlich widersprechen, aber diese Leute, die in allem etwas sehen können, habe ich sowieso noch nie verstanden). Aber was, wenn man weiß, dass das Thema „Western“ für einen genau der Stoff ist, aus dem die Träume gemacht sind, und einem folglich die meisten der Filme aus diesem Genre gefallen müssten? Es gibt immer schwarze Schafe, das ist klar, aber wenn man mal über die Klassiker dieses Genres hinwegsieht und etwas tiefer gräbt im Dschungel der Pferdeopern, die dem Durchschnittskonsumenten vielleicht nicht unbedingt geläufig sind, dann wird man verzweifelt feststellen, wie viele dieser „schwarzen Pferde“ es tatsächlich gibt (klingt irgendwie westerntechnischer als „schwarze Schafe“, was? – Franz Marc hatte blaue, ich hab eben schwarze Pferde). Das sind teilweise mehr, als man vertragen kann ohne zwischendurch mindestens 20 Mal „Spiel mir das Lied vom Tod“ zu gucken, um nicht die Lust zu verlieren.
Was also kann man tun? Nur die Klassiker gucken? Welcher echte Western-Fan würde das schon in Betracht ziehen, wo er weiß, dass er sich dabei eher unbekannte gute Pferdeopern wie den „Tecumseh“ der DEFA oder „Begrabt die Wölfe in der Schlucht“ entgehen lassen würde? Also doch zwischendurch immer wieder auf die Leone- und Hawks-Streifen zurückgreifen, um die Lust nicht zu verlieren? Meiner Meinung nach ist das das einzige, was einen in Zeiten großer Dürre bei Laune halten kann, außer man ist in seiner Hoffnung beim Gucken vermeintlich durchschnittlicher Western gute zu finden so ausdauernd und so autark, dass es dieser psychologischen Waffe nicht bedarf. Bei mir jedenfalls hilft es nichts – ich muss ab und zu immer mal wieder einen Western sehen, von dem ich weiß, dass er was taugt. Und weil immer nur Leone gucken irgendwann ja auch langweilig werden muss, griff ich gestern Abend zur Abwechslung mal wieder zu Ferdinando Baldis Meisterwerk „Blindman – Der Vollstrecker“, das für mich auf jeden Fall zu den Top-20-Italowestern gehört, und mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine da. Dieser Streifen ist nicht nur einer der besten Western, sondern auch gleichzeitig einer der besten Filme überhaupt. Neben seinem außergewöhnlichen, ziemlich extravaganten Script lebt er hauptsächlich von den grandiosen Darstellern, die Baldi zu besetzen wusste, sowie von dem besten Soundtrack, den Stelvio Cipriani je geschrieben hat und ist somit für jeden Fan eine unumgängliche Institution im Genre geworden – ein echter Klassiker eben, der all das hält, was andere nur versprechen.
Allein der Grundgedanke, einen blinden Westerner ins Rennen zu schicken, ist ja wohl schon mal erste Sahne. Ja klar, jetzt werden sich sicherlich die Fans des asiatischen Kinos melden und klarstellen wollen, dass diese Idee ja eigentlich geklaut ist, da Zatoichi ja schon viel länger über die Bildschirme unserer japanischen Freunde wandelte. Stimmt schließlich auch – und ist am Ende auch genauso egal, oder? Alle Welt weiß schließlich auch, dass Leone seine „Für eine Handvoll Dollar“-Geschichte auch nur von Kurosawa übernommen hat und wer kräht heute danach, nachdem der Streit der beiden schon seit Jahren geklärt ist? Niemand. So was kam und kommt in der Filmgeschichte immer wieder vor. Die Preisfrage dabei ist nur, in welcher Qualität die Neuaufarbeitung erfolgt. Eine Idee nur wiederzuverwerten, um damit Geld zu machen, nervt. Aber wenn man das so gekonnt macht, wie Pier Giovanni Anchisi, Vincenzo Cerami und Tony Anthony bei diesem Beispiel, dann kann doch kein Mensch ernsthaft etwas dagegen haben. Und so leicht, wie es auf den ersten Blick scheint, war es sicherlich auch gar nicht, diese Idee fürs Westerngenre zu adaptieren, denn es klingt erstmal ja nicht wirklich glaubhaft, dass ein blinder Revolvermann im Wilden Westen so lange überlebt. Aber Baldi hat schon recht, wenn er sagt, man habe es geschafft nicht ins Lächerliche (er hätte wohl besser Unrealistische gesagt) abzurutschen. Man hat tatsächlich Mittel und Wege gefunden dem Blinden das Sehen zu „ersetzen“ – und zwar solche, die einem als Zuschauer glaubwürdig erscheinen. Deswegen ist Blindman zum Beispiel auch kein Revolver-, sondern ein Gewehrmann. Selbstverständlich ist es immer noch sehr unwahrscheinlich, dass es einen solch ausgewichsten (um mal mit Rainer Brandts Worten zu sprechen) Blinden gab, wie er hier dargestellt wird, aber dafür ist „Blindman“ nun mal ein Film, noch dazu ein Comic-Western, und vor diesem Hintergrund möchte ich für die Glaubwürdigkeit ein ganz großes Lob an die oben genannten Script-Autoren aussprechen. Denn – Comic-Attitüde hin oder her – wenn die nicht gegeben wäre, hätten Baldi und Co. sich einen großen Teil der Zuschauergunst verspielt, bevor es überhaupt losgegangen wäre.
Und es ist ja nicht so, dass Anchisi, Cerami und Anthony sich alleine auf ihre Blinden-Grundidee verlassen würden, denn auch allgemein haben wir es hier mit einem der ungewöhnlichsten und fast schon von daher schönsten Drehbücher im Genre Western und ganz besonders im Subgenre Italowestern zu tun. Ich weiß wirklich nicht, wer auf die Idee gekommen ist, dass der blinde Protagonist einer Horde von 50 Weibern hinterherjagen soll, aber sie ist schlichtweg genial. Ebenso wie der – seien wir doch mal ehrlich – völlig abwegige Vertrag dazu und so weiter. Dazu kommt, dass einem bei dieser rasanten Storyführung gar nicht langweilig werden kann und man von der ersten Minute an gebannt die Abenteuer des „Blindmans“ verfolgt. Und wenn dann noch ab und an eine Stange Dynamit hochgeht, fühlt man sich als Western-Fan doch im siebten Himmel. Bei der Action zeigt Baldi erneut, nachdem er dies zuletzt bei „Seine Kugeln pfeifen das Todeslied“ unter Beweis gestellt hatte, dass er einer der besten Western-Regisseure der Italiener war – auch wenn er für „Blauen Bohnen für ein Halleluja“ und die „Vier Fäuste“-Faxen zuständig war.
Was diesen Film zudem so attraktiv macht, ist sein Skurrilitätsfaktor, da es kaum einen Italowestern (beziehungsweise Western) gibt, der dermaßen bizarr ist wie „Blindman“. Sicherlich gibt es „Töte, Django“ und es gibt auch „Keoma“, aber das war’s dann auch schon fast wieder mit den Filmen, die sich in Sachen Absurdität mit diesem hier messen lassen können. Schließlich ist „Blindman“ ein Hippie-Western in Reinkultur und die sind ja von Haus aus schon sehr eigen und extravagant. Das geht bei der Story, die wir eben schon beleuchtet haben, los. Weiter geht’s mit der Darstellung hier, denn seltsamerweise sind Hippie-Filme – trotz Flower Power, Weltfrieden und was weiß ich – ja oftmals viel brutaler als der Durchschnitt. Jedenfalls spritzt hier schon ordentlich das Blut, der Brutalitäts-Gehalt ist sowieso sehr hoch (was uns als Fans nur freuen kann) und vor allem Frauen (die wirklich absolut nichts verbrochen haben sei dazu gesagt) werden hier mit einer Wut und Hingabe gemetzelt, dass man schon Angst bekommen darf. Was uns noch sehr freut ist der Nudity-Anteil dieses Werks, denn so fortschrittlich die Italiener, was das Zeigen weiblicher Intimzonen angeht, in anderen Genres auch waren (sei es dem Giallo, dem Poliziottesco, dem Horror-Film, der Sex-Klamotte oder sonstwas), so hielten sie sich im Italowestern-Subgenre dahingehend immer ziemlich zurück – was mich ehrlich gesagt schon immer gewundert hat. Und es tut ja auch nicht Not. Wieso sollten gerade Western-Fans keine Titten gucken dürfen? Ist ja auch egal, hier gibt’s jedenfalls genug davon zu sehen, schließlich jagt der Blindman ganzen 50 Frauen hinterher. Und deren „Einführungsszene“, sprich also ihre erste im Film, ist dann auch gleich eine Badeszene, in der die Schönheiten erstmal sauber gemacht werden. So gehört sich das! Und doch ist „Blindman“ kein Film, der diesen Aspekt ausschlachten würde. Baldi baut dieses Element schön in den Gesamtkontext ein, aber jede Folge „Games Of Thrones“ ist in dieser Hinsicht expliziter. Also bitte keinen Exploitation-Western erwarten!
Vielmehr geht es Baldi um die Symbolik dahinter. So schafft er genauso beeindruckende Bilder, wenn die 50 Frauen nur mit einer Art weißem Nachthemd bekleidet durch die Wüste vor ihren Verfolgern fliehen oder wenn eine ganze Gemeinde sich für eine Beerdigung sowie eine Hochzeit ganz in schwarz und weiß kleidet und bizarre Figuren bildet. Ja, ja, der Symbolcharakter hier ist dermaßen hoch, dass „Blindman“ sogar teilweise (ob nun gewollt oder nicht) an Alejandro Jodorowskys „El Topo“ erinnert. Natürlich ist er lange nicht so überladen mit Bildern und Symbolen und dann auch nicht so abgedreht, aber stellenweise sind eben kleine Ähnlichkeiten vorhanden. Das auch nur als Feststellung, damit ich es nicht unterschlage. Ich persönlich kann mit „El Topo“ weiterhin nichts anfangen.
Aber gerade weil es Baldi und Anthony und vermutlich auch noch so manch anderem Beteiligten mit diesem Werk und seiner ganzen Symbolik wirklich ernst war, hat man das alles auch wirklich voll durchgezogen. Gerade diesen Hippie-Kram. Daher konnte man natürlich auch nicht einfach die gleichen Kostüme nehmen, wie andere Italowestern sie gebrauchen, sondern schuf für die ganz eigenen Charaktere auch noch ganz eigene Kostüme. So trägt Anthony an der rechten Hand zum Beispiel einen von diesen fingerlosen Motorradhandschuhen. Allein das macht total was aus. Einfach geil diese Kostüme, finde ich.
Und dann ist es ja nur logisch, dass man auch nicht das gleiche Personal besetzen konnte wie andere Italowesternproduktionen. Man musste „Hippies“ besetzen, es ging ja gar nicht anders. Wie sollte man sonst Typen mit solchen Frisuren rekrutieren wie hier? Einen musste man natürlich belassen, der dann doch schon zwei andere Italowestern gespielt hatte (nämlich die ersten beiden Teile der „Stranger“-Trilogie“), aber der passt ja auch super in das Bild, dass dieser Film zeichnet, nämlich Ideen-Geber, Script-Writer und Produzent Tony Anthony. Er sticht in diesem Streifen wirklich alle anderen Darsteller aus. Er spielt seinen Blinden, was ja für jeden Schauspieler eine absolute Herausforderung sein dürfte, mit Bravour und legt die beste Leistung seiner Karriere aufs Parkett. Liegt wohl daran, dass ihm dieser Western selbst auch eine Menge bedeutet hat, so viel, wie er daran getan hat. Gleich hinter ihm folgt Lloyd Battista, der einem wirklich Angst machen kann. Sehr überzeugend wie er den Fanatismus seiner Figur rüberzubringen vermag. Übrigens gelingt ihm damit das Kunststück bei seinen gerade mal zwei Genreauftritten jeweils in den besten Western aller Zeiten mitgespielt zu haben (der andere ist „Chisum“, denn „Der Schrecken von Kung Fu“ ist ein Western, der keiner ist und bei „Time Breaker“ gehe ich zumindest davon aus, dass es sich ähnlich verhält). Neben ihm überrascht Ringo Starr sehr angenehm mit einer ebenso guten Performance. Für ihn war es in seiner Karriere tatsächlich die einzige Pferdeoper. Und was Magda Konopka angeht, bin ich mir sicher, dass ich nicht der einzige bin, der sich auch mit ihr noch mehr Genrebeiträge als nur noch „Amigos“ gewünscht hätte (und das in diesem Fall ausdrücklich nicht nur wegen ihrer optischen Vorzüge). Und so bleibt das neben Anthony einzig genrebekannte Gesicht im Cast Raf Baldassarre. Und der ist sowieso gut, gerade auch, weil seine Rolle wie für ihn geschaffen ist. Mag sein, dass ihr von den restlichen Hippie-Gesichtern noch das eine oder andere kennt (mir ging’s bei den Damen jedenfalls so), aber die müssen wir hier jetzt nicht alle noch extra aufzählen. Sie überzeugen jedenfalls durch die Bank weg.
Noch jemand, der das tut, ist Stelvio Cipriani, der mit seinem unglaublich passenden und wohlklingenden Soundtrack ebenso das beste Stück Arbeit seiner Karriere abliefert. Und das will bei seiner Vita wirklich etwas heißen. Aber seine Stücke peitschen den Streifen geradezu nach vorne und jagen mir jedes Mal eine neue Gänsehaut über den Rücken.
Dass es sich hierbei auch um Ferdinando Baldis bestes Werk handelt, das war schon rausgekommen, oder? Tatsächlich beweist der Italiener hier nicht nur erneut sein großes Talent für die Action, sondern entwickelt gar regelrecht ein Gefühl für Zeit und Raum (s. etwa die Zugsequenz). Zwar muss er uns am Ende mit ein wenig Überlänge und einer Wendung zu viel auch wieder ein wenig unschön daran erinnern, dass wir uns ja in einem Italowestern befinden, aber was soll’s? Sonst wären es am Ende ja sechs Sterne geworden. ;)
Tja, somit kommen wir zu dem Schluss, der „Blindman“ ist einer, den man gesehen haben muss. Und zwar ohne Wenn und Aber. Schließlich handelt es sich bei Baldis sechstem Genrebeitrag nicht nur um seinen besten, sondern auch um einen der am besten bebilderten, am besten gespielten, innovativsten, bizarrsten und schrägsten Italowestern der Geschichte. Man kann das gar nicht so richtig glauben. Alles, was Erfolg hatte, wurde bei den Italienern sonst immer so oft erneut verwurstet, bis es am Ende keiner mehr sehen konnte, aber einen zweiten „Blindman“ gibt es nicht. Nicht einen ähnlichen Streifen und nicht mal eine Fortsetzung! Von daher genießt die Einzigartigkeit dieser einmaligen Genreperle. Gerade dann, wenn ihr vorher mal wieder eine Reihe schwacher Pferdeopern über euch ergehen lassen musstet. Dann ist „Blindman“ die beste Therapie!
Zitate
„Wo geht’s nach Mexiko?“ – „Ich weiß nicht, wie ich’s dir zeigen soll.“ – „Zeig es dem Pferd!“(Blindman hat Mittel und Wege gefunden, trotz seiner Blindheit im Wilden Westen zu überleben)
[Blindman checkt in einer Herberge ein und bekommt das Zimmer gezeigt] „Brauchen Sie sonst noch irgendwas?“ – „Eine Hure.“ – „Si, Señor. Alt oder jung?“ – „Gibt’s da einen Unterschied?“ – „Die alten kosten mehr. Man muss für Erfahrung bezahlen.“(der Wirt macht Blindman klar, dass der Kapitalismus bereits vor ihm in Mexiko angekommen ist)
[während Blindman auf Domingo wartet, löst sich vermeintlich versehentlich ein Schuss aus seinem Gewehr] „Verdammt ist das n empfindliches Ding. Das geht schon los, wenn man’s nur scharf ansieht…“(Blindman ist sich seiner Schwächen bewusst)
„Jetzt hast du keinen Vertrag mehr. Weil ich ihn verbrenne.“ – „Dann werde ich dir mal einen guten Rat geben, du mexikanisches Schwein: Es wäre besser für dich, du verbrennst mich auch.“(Blindman kann sich einen kleinen Spoiler gegenüber Domingo nicht verkneifen)
[Blindman kann im letzten Moment dafür sorgen, dass eine Zündschnur unschädlich gemacht wird, deren Ende in seinem Schritt steckte] „Ohne Augen ist es schon schlimm genug, aber ohne den… Das mach ich nicht mit!“(Blindman spricht für alle Männer dieser Welt)
„Wenn man nichts sehen kann, ist ein Mann nur ein halber Mensch. Wenn man nichts sehen kann und nicht ein bisschen Geld hat, ist das eine Schweinerei.“(Blindman hadert mit seinem Schicksal)
„Wenn dich ein Weib um den Verstand gebracht hat, bist du erledigt.“(Blindman fasst Candys Schicksal zusammen)
„Die Sonne scheint nicht immer auf denselben Arsch. Jeder soll was davon haben.“(Blindman erklärt Sweet Mama (Magda Konopka) den Sommerhimmel)
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